Erben & Schenken: Legal am Fiskus vorbei

Berater von Stefan Terliesner

200 Milliarden Euro wechseln jährlich in Deutschland durch Erbschaft oder Schenkung den Besitzer. Daran verdient der Staat. Soll ein Großteil des Geldes nicht an den Fiskus gehen, ist frühzeitige Planung notwendig.

Jedes Jahr werden in Deutschland Milliarden vererbt oder verschenkt. Bild: shutterstock.com/neo_anderson01

Jedes Jahr werden in Deutschland Studien zufolge etwa 200 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt. Damit das im Laufe eines Lebens erarbeitete Vermögen in die gewünschten Hände kommt, sollten sich potenzielle Erblasser frühzeitig Gedanken über ihren Nachlass machen. Partner, Kinder, Enkel und Geschwister stehen weit oben auf der Liste möglicher Erben. „Viele trauen sich aber nicht wirklich, das Thema aktiv anzusprechen. Insbesondere Kinder tun sich da gegenüber ihren Eltern schwer“, weiß Miriam Michelsen, Leiterin Altersvorsorge und Krankenversicherung bei MLP.

Ansatzpunkte für Makler

„Dabei kann frühzeitige Planung einiges erleichtern – für Eltern und Erben“, fährt die Expertin fort. Wohl wahr. Kinder zum Beispiel können eine finanzielle Zuwendung im Alter von um die 30 Jahren oft besser gebrauchen, als wenn sie Jahrzehnte später über das Erbe zu dem Geld kommen. All das sind Ansatzpunkte für Makler. Sie können ihren Kunden in Sachen Nachlassplanung den zündenden Impuls geben, zum Beispiel, indem sie ihnen erläutern, wie ein Vermögen steuersparend auf Erben übertragen werden kann. Wird es dann konkret, ist eine Kooperation mit Rechts- und Steuerberatern „unerlässlich“, so Michelsen.

Generell hält der Staat seine Hand auf, wenn größere Geld, Wertpapierdepots oder Immobilien den Eigentümer wechseln. Wie viel Erbschaft- und Schenkungssteuer anfallen, hängt von der Höhe des Erbes sowie vom Verwandtschaftsgrad ab. Der Steuersatz steigt mit dem Vermögen. Für Personen der Steuerklasse 1 liegt er zwischen 7 und 30 Prozent, für Erben/Beschenkte der Steuerklasse 2 bei 15 bis 43 Prozent und für Steuerklasse 3 zwischen 30 und 50 Prozent. Beispiel: Eine Nichte erbt 500.000 Euro. Abzüglich ihres Freibetrags ergibt sich ein zu versteuernde Vermögen von 480.000 Euro. In diesem Fall beträgt ihr Erbschaftssteuersatz 25 Prozent. Sie zahlt an den Staat 120.000 Euro.

Unterschied bei den Freibeträgen

Zwischen Erbschaft und Schenkungen gibt es einen Unterschied: Bei einer Schenkung können Freibeträge alle zehn Jahre aufs Neue ausgeschöpft werden; bei einer Erbschaft nicht. Schenkt ein Vater seiner Tochter zum Beispiel heute ein Guthaben von 400.000 Euro, muss sie keine Steuern zahlen. In zehn Jahren kann der Papa dem Kind erneut 400.000 Euro schenken, ohne dass der Fiskus zugreift. Wer also frühzeitig beginnt, sein Vermögen in Abständen von zehn Jahren an seine Erben weiterzugeben, sorgt dafür, dass die Begünstigten im Ergebnis weniger oder keine Steuern zahlen müssen.

Hubertus Rohlfing, Anwalt bei der Kanzlei Kahlert Padberg und Mitglied im Gesetzgebungsausschuss Erbrecht beim Deutschen Anwaltsverein, skizziert einen weiteren Vorteil von Kettenschenkungen: „Hat ein Ehepartner beispielsweise ein Vermögen von 1 Million Euro, so kann er seinem Ehepartner 500.000 Euro steuerfrei schenken. Anschließend können beide Eheleute ihrem Kind je 400.000 Euro steuerfrei zukommen lassen. Dadurch erhält das Kind 800.000 Euro steuerfrei. Dieser Vorgang kann alle zehn Jahre für jedes Kind wiederholt werden. Aber aufgepasst: Die Schenkungen dürfen nicht in einem Zuge erfolgen. Sonst sieht das Finanzamt darin einen Gestaltungsmissbrauch, der zur Unwirksamkeit der Schenkungen führt."

Den vollständigen Text lesen Sie in der kommenden procontra


 

Erben & Verschenken: Tipps auf profino

Auf der Onlinemesse profino hat die R+V Fallbeispiele zur Vermögensübertragung zusammengestellt. Das Webinar kann im Video nachgeholt werden.

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