Diese Vertriebswege bevorzugen Gewerbekunden

Berater von Florian Burghardt

Schließen Gewerbekunden ihre Policen lieber online oder beim persönlichen Vermittler ab? Und wo informieren sich welche Branchen vorab? Eine Studie gibt Antworten und zeigt auch interessante Trends unter jungen und großen Betrieben.

Für welchen Vertriebsweg entscheiden sich Gewerbekunden und wo informieren sie sich vorab? Eine Studie gibt Auskunft.

Für welchen Vertriebsweg entscheiden sich Gewerbekunden und wo informieren sie sich vorab? Eine Studie gibt Auskunft. Bild: Kaz/Pixabay

Nur jeder zehnte Gewerbekunde verlässt sich bislang sowohl bei der Beratung als auch beim Abschluss eines Vertrages vollständig auf das Internet. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Digitalisierung Gewerbe 2017“, die vom Beratungsunternehmen EY Innovalue in Kooperation mit Policen Direkt und Gewerbeversicherung24 durchgeführt wurde. In die Ergebnisse flossen die Antworten von 510 Gewerbekunden (Jahresumsatz maximal 10 Millionen Euro) ein, die Produkte aus den Bereichen Betriebshaft, Firmen-Recht, Berufshaft, Vermögensschaden und Inhalt abgeschlossen haben. Die befragten Unternehmen kommen zu etwa gleich großen Teilen aus den Branchen Handwerk & Bau, Freie Berufe, Handel, Gastronomie & Tourismus, Heilwesen sowie sonstigen Berufen.

Beliebteste Unterstützung beim Vertragsabschluss ist weiterhin der persönliche Vermittler – 83 Prozent der Befragten wenden sich dafür weiterhin an Makler und Vertreter. Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen würden sich zuvor aber online informieren, insbesondere auf Vergleichsportalen. Dieser Anteil wird in Zukunft aber auf zwei Drittel anwachsen, heißt es.

Die Studie zeigt auch, dass die Online-Affinität in Bezug auf Versicherungen in allen Branchen ähnlich ausgeprägt ist. So würden branchenübergreifend 15 bis 20 Prozent online abschließen. Etwa 30 bis 40 Prozent würden sich zwar online informieren, letztlich aber offline abschließen – der klassische ROPO-Effekt (online informieren, offline abschließen). Die übrigen rund 50 Prozent verlassen sich vollständig auf die traditionellen Offline-Vermittler.

Online-Tendenz bei großen Betrieben

Bei den jüngeren Firmenchefs im Alter von 18 bis 29 Jahren verlässt sich nur ein Fünftel vollständig auf den persönlichen Vermittler. Dennoch schließen rund drei Viertel der Jungen ihre Verträge offline ab. „Gewerbeversicherungen sind aus Kundensicht relativ komplex. Das Vertrauen in die Expertise von Maklern und Ausschließlichkeitsvermittlern wirkt sich hier spürbar aus“, erklärt Marco Gerhardt, Partner bei EY Innovalue.

Eine Online-Tendenz zeigt sich erst bei der Unternehmensgröße, genauer der Mitarbeiterzahl. Betriebe mit maximal neun Mitarbeitern verlassen sich zur Hälfte komplett auf ihren Offline-Vermittler – also sowohl bei der Information als auch beim Abschluss. Nur 12 bis 15 Prozent von ihnen schließen ihre Verträge online ab. Bei Unternehmen mit über 50 Mitarbeitern ist das schon bei 36 Prozent der Fall.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare