BVK: „Provisionsdeckelchen“ nur für Restschuldpolicen

Berater Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Die Evaluierung des Lebensversicherungs-Reformgesetzes empfiehlt einen Provisionsdeckel. Das ist nur bei Restschuldpolicen angemessen, stellte der BVK gestern in Berlin klar und verschickt heute einen Brief an die Mitglieder des Finanzausschusses.

Ein Provisionsdeckel sei weder erforderlich noch angemessen, für Restschuldversicherungen aber hinnehmbar, sagt BVK-Präsident Michael Heinz.

Ein Provisionsdeckel sei weder erforderlich noch angemessen, für Restschuldversicherungen aber hinnehmbar, sagt BVK-Präsident Michael Heinz. Bild: Pohl

Die Idee eines Provisionsdeckels in der Lebensversicherung könnte sich noch in diesem Jahr im Sinne der Versicherungsvermittler erledigen, sagte Michael H. Heinz am Dienstagabend bei einem Fachgespräch in Berlin. „Zahlreiche Gespräche mit CDU- und SPD-Abgeordneten zeigen in Richtung eines nur noch kleinen Provisionsdeckels lediglich für Restschuldversicherungen“, erklärte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK).

Bei SPD- und CDU-Abgeordneten als auch bei Regierungskreisen nahestehenden Personen hätten die Argumente des Verbandes Anklang gefunden. Demnach gebe es in der Lebensversicherung insgesamt keine Verwerfungen, die einen ordnungspolitischen Eingriff in die Vergütungsgestaltung der Vermittler rechtfertigen.

BVK-Stellungnahme an den Finanzausschuss

In einer ausführlichen Stellungnahme, die der BVK heute an die 60 Mitglieder des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag verschickt und die procontra vorliegt, erklärt der BVK etwa, dass eine Provisionsdeckelung gegen die durch Artikel 12 Absatz 1 Grundgesetz geschützte Berufsfreiheit der Versicherungsvermittler verstößt. Denn das Grundrecht der Berufsfreiheit umschließe auch die Freiheit, das Entgelt für berufliche Leistungen selbst festzulegen oder mit Interessenten auszuhandeln.

In der Stellungnahme wird auch die positive Wirkung des Lebensversicherungs-Reformgesetzes (LVRG) von 2014 beleuchtet. Demnach seien die kalkulierten Abschlusskosten seither um 20 Prozent zurückgegangen. In diesem Zusammenhang verringerte sich die Vergütung der Vermittler branchenweit um 5,0 Prozent. Die Abschlussprovisionen gingen sogar um 12,9 Prozent zurück – zugunsten steigender laufender Vergütung.

Bei dem gestrigen Fachgespräch legte der BVK weitere Zahlen auf den Tisch. Laut einer Studie der Fachhochschule Dortmund liege die Abschlusskostenbelastung durch die Provision der Exklusivvertreter in der Sparte Leben inzwischen zwischen 2,79 und 3,26 Prozent – je nach Laufzeit des Vertrages. Allerdings liege der Abschlusskostensatz der Versicherer im Schnitt bei 5,23 Prozent. „Die Differenz haben wohl kaum die Vermittler, sondern die Lebensversicherer zu verantworten“, stellte Heinz klar.

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