BRSG: Pflichtzuschuss kann Arbeitgeber doppelt belasten

Berater von Michael Fiedler

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) könnte Arbeitgeber, die bereits freiwillig Förderungen zur betrieblichen Altersversorgung leisten, doppelt belasten. Davor warnt das Beratungsunternehmen Sopra Steria. Welche Tücke im Gesetz dafür verantwortlich ist.

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Droht Arbeitgebern, die bereits bAV ihrer Mitarbeiter fördern, Doppelbelastung durch den Pflichtzuschuss? Prawny / pixabay

Drohen Arbeitgebern in Deutschland unnötige Mehrbelastungen durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG)? Davor warnt jedenfalls Sopra Steria Consulting. Das Beratungsunternehmen weist darauf hin, dass die künftigen Pflichtzuschüsse ohne Anpassung der aktuellen Entgeltumwandlungsvereinbarungen zusätzlich zu bereits freiwillig gezahlten Förderungen anfallen.

BRSG: Zuschusspflicht – das ist geplant

Das BRSG sieht unter anderem einen verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss zur bAV in Höhe von 15 Prozent vor. Das gilt ab 2019 für neue Verträge, ab 2022 auch für bestehende Policen, sofern sie nach §63 Abs. 3 EStG gefördert werden. Dieser BRSG-Pflichtzuschuss kann in der Höhe auf die tatsächliche Sozialversicherungsersparnis durch die Entgeltumwandlung des Mitarbeiters reduziert werden.

Doppelzuschuss droht

Laut Sopra Steria gibt es allerdings eine Tücke im Gesetz: Nach aktuellem Stand können Unternehmen einen bislang freiwilligen Zuschuss nicht auf den künftigen BRSG-Pflichtzuschuss anrechnen – unabhängig davon, ob pauschal 15 Prozent gezahlt werden oder ein reduzierter Zuschuss. Eine unnötige Doppelbezuschussung würde drohen. „Betriebe, die bereits freiwillig einen Zuschuss zahlen, sollten ihre Zusagen prüfen“, sagt Christoph Jimenez-Ramos, bAV-Versicherungsexperte bei Sopra Steria Consulting.

Auf der sicheren Seite seien Arbeitgeber, die bereits 2018 Vermeidungsmaßnahmen umsetzen, indem sie ihre Umwandlungsvereinbarungen anpassen, rät Sopra Steria. Hier greife das BRSG noch nicht, es herrscht Vertragsfreiheit für freiwillige Arbeitgeberzuschüsse. Für Maßnahmen ab 2019 bestünde die Gefahr, dass eine Veränderung bei den Verträgen als ein Neuabschluss gewertet wird. „Dann könnte das Zögern des Arbeitgebers teuer werden, und ab 2022 bestehen kaum Vermeidungsmöglichkeiten mehr für unnötige Doppelzuschüsse“, so Christoph Jimenez-Ramos.

Video: Chancen durch das BRSG

Welche Chancen zur Ansprache die neue Betriebsrente bietet, erläuterte Dr. Björn Achter von Axa (siehe Video) auf der Onlinemesse profino. Dort finden sich auch bei Signal Iduna oder Stuttgarter Materialien für Vermittler.

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