Top 5: Warum BU-Anträge wirklich abgelehnt werden

Einkommensschutz Meistgeklickt von Stefan Terliesner

Vorbehalte gegen Versicherer sind keine Seltenheit. Und tatsächlich werden viele Leistungsanträge abgelehnt. Aber liegt das an unverständlichen Klauseln? Die fünf häufigsten Gründe, warum BU-Anträge wirklich abgelehnt werden.

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Drücken sich Versicherer mit unverständlichen Klauseln vor Zahlungen? Warum BU-Anträge wirklich abgelehnt werden. pixabay / sentidocomun

In Medienberichten sind fast immer die Versicherer schuld, wenn ein Kunde eine beantragte Leistung nicht erhält. Das hält etliche Menschen davon ab, überhaupt eine Versicherung abzuschließen. Tatsächlich wird ein Unternehmen stets genau prüfen, ob ein Antrag statthaft ist – allein schon, um das Kollektiv der Versicherten vor Versicherungsbetrügern zu schützen. Die gibt es nämlich leider auch. Auf der anderen Seite gibt es leider auch einige Versicherer, die die Leistungsgewährung durch versteckte Ausschlussklauseln erschweren.

Was Kunden tun können, wenn der Versicherer nicht zahlt:

  • Das Gespräch mit dem betreuenden Versicherungsmakler suchen: Viele Konflikte können im Vorfeld ausgeräumt werden.
  • Den Ombudsmann für Versicherungen einschalten. Die unabhängige Schlichtungsstelle prüft kostenlos, ob Beschwerden von Verbrauchern gegen Versicherer berechtigt sind. Der Ombudsmann kann bis zu einer Höhe von 10.000 Euro eine Entscheidung aussprechen.
  • Sich an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wenden. Die Aufsichtsbehörde nimmt Beschwerden von Verbrauchern gegen Versicherer entgegen. Gegebenenfalls fordert die BaFin eine Stellungnahme des Unternehmens zu dem Fall an und prüft, ob ein weiteres Vorgehen gegen den Versicherer notwendig ist. Dies wäre bei Vorliegen eines rechtswidrigen Verhaltens des Versicherers der Fall. Beschwerden bei der BaFin müssen schriftlich erfolgen, zum Beispiel per E-Mail.
  • Eine Verbraucherzentrale um Hilfe ersuchen. Kommt es zum Streit mit einem Versicherer, bieten die Verbraucherzentralen dazu eine spezielle Beratung an. Rechtsanwälte geben dem betroffenen Verbraucher Auskünfte zu juristischen Fragen im Zusammenhang mit Versicherungsverträgen. Die Beratung ist kostenpflichtig. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen verlangt beispielsweise für eine bis zu 30-minütige Beratung 45 Euro. Übernehmen sie darüber hinaus die außergerichtliche Rechtsvertretung, werden noch einmal 45 Euro fällig.

Eine Untersuchung von „Morgen & Morgen“ zu Berufsunfähigkeitsversicherungen hat sich einmal mehr mit den Ablehnungsgründen befasst. Das Analysehaus hat dafür 69 Versicherer befragt. Häufigster Ablehnungsgrund: Der Antragsteller reagiert nicht mehr auf Nachfragen. Das ist bei 36 Prozent der abgelehnten Anträge der Fall. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass den Versicherungsnehmern die Fragen zu kompliziert waren.

In diesem Fall sollten die Versicherungsnehmer unbedingt ihren Makler um Hilfe bitten oder sich an eine Verbraucherzentrale wenden. Wenn mehr als ein Drittel der Antragsteller aber überhaupt nicht reagiert, liegt der Verdacht nah, dass etliche aus dieser Gruppe in Deckung gegangen sind, weil sie einfach mal einen Versuch gestartet hatten, eine BU-Rente zu erlangen. Das sollte bei Berichten über eine hohe Anzahl an gescheiterten Leistungsanträgen auch bedacht werden.

Berufsunfähigkeit - 5 häufigste Ablehnungsgründe 

Kunde reagiert nicht auf Nachfragen

36 %

Nichterreichung des BU-Grades von 50 Prozent

34 %

Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht

9 %
Anfechtung wegen Betrugsfall 8 %
Ausschlussklauseln2 %

Quelle: Morgen & Morgen; Zahlen gerundet 

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