Psychische Erkrankungen: Wie ansprechen, wie absichern?

Einkommensschutz von Alexander Meurer

Ob Arbeitsverdichtung, Dauerstress in der digitalen Welt oder Fehldiagnosen von Ärzten: Krankheitsbilder mit psychischen Symptomen nehmen zu. Mittlerweile sind sie sogar BU-Ursache Nummer eins. Wir zeigen, warum Sie Ihre Kunden darauf aufmerksam machen sollten und wie sie dieses sensible Thema ansprechen können.

Die richtige Ansprache für ein sensibles Thema

Bei psychischen Erkrankungen ist die Ansprache wie so oft entscheidend. Bild: shutterstock/frankie's

Berufsunfähigkeit mit körperlicher Invalidität gleichzusetzen ist längst nicht mehr zeitgemäß: In Deutschland sind psychisch bedingte Erkrankungen seit Jahren auf dem Vormarsch. Diversen Erhebungen zufolge ist mehr als jeder vierte BU-Fall auf ein psychisches Leiden zurückzuführen. Nach einer Auswertung von Studiendaten, die neu eingetretene Leistungsfälle aus dem Jahr 2016 berücksichtigt, sind es sogar fast 50 Prozent! Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland jeder vierte berufsunfähig wird, sind dies alarmierende Zahlen, die Makler im Beratungsgespräch nicht unerwähnt lassen sollten. Denn hierzulande hat nur jeder Fünfte entsprechend vorgesorgt und eine BU abgeschlossen.

Burnout und Depression nicht immer anerkannt

Dass die Berufsunfähigkeitsversicherung zu einer der wichtigsten Absicherungen überhaupt zu zählen ist, steht außer Frage: Schließlich sichert sie die wirtschaftliche Existenzgrundlage Ihrer Kunden ab. Dabei handelt es sich jedoch um ein sensibles Thema, das viele lieber verdrängen – gerade, wenn es um die eigene Psyche geht. Hierbei ist zunächst wichtig zu wissen, dass nicht jede BU bei psychischen Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen leistet, da diese Diagnosen nicht grundsätzlich als Krankheit anerkannt werden: Erst kürzlich entschieden die Berufsgenossenschaft sowie das Bayerische Landessozialgericht gegen das Begehren eines Versicherungsfachwirtes, die genannten Krankheitsbilder als Berufserkrankung anzuerkennen.

Wenn Sie Ihre Kunden mit einer BU auch gegen psychische Erkrankungen absichern wollen, müssen Sie also die AVB der entsprechenden Policen genauestens studieren. Damit weisen Sie Ihre Kunden unabhängig von deren ausgeübten Beruf auf reale, statistisch nachvollziehbare Risiken hin, gegen die man sich absichern kann.

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