PKV-Bilanzen: Solide für harte Zeiten gepolstert

Berater Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Eine neue Marktuntersuchung zur privaten Krankenversicherung bringt neben der Übersicht zu den Gewinnern in der PKV auch versicherungsgeschäftliche Ergebnisquoten sowie Schadenquoten. Was man daraus für die Beitragsentwicklung ablesen kann.

Die Beurteilung eines Versicherers sollte nicht nur an ein oder zwei einzelnen Kennzahlen festgemacht werden, warnt Reinhard Klages, Chefredakteur Map-Report. Bild: Versicherungsjournal

Das Jahr 2017 war für die PKV durchwachsen. Das anhaltende Niedrigzinsniveau drückt die Renditen weiter nach unten. Bei den Bewertungsreserven gab es eine Trendwende und die Beitragseinnahmen haben den stärksten Zuwachs seit sieben Jahren. Dies sind wichtige Ergebnisse des Map-Report 903 – „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2008 bis 2017“.

„Die Aussichten für die Branche sind dennoch nicht rosig“, sagt Chefredakteur Reinhard Klages. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen etwa lag 2017 mit 3,46 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau (3,71 Prozent), Tendenz durch die EZB-Politik weiter fallend. Der Tendenz setzte die Branche 2017 auch wieder die Auflösung von Bewertungsreserven entgegen. Verzeichneten 2016 beinahe sämtliche Anbieter noch deutliche Steigerungen der Bewertungsreservequote, ging es 2017 bei allen Versicherern aus genanntem Grund bergab.

Die laufende Durchschnittsverzinsung fiel laut Map-Report 2017 deutlich auf nunmehr 3,3 Prozent (2016: 3,51 Prozent) und lag damit 0,16 Prozentpunkte unter der Nettorendite. Die höchsten Werte erreichten Allianz (4,1 Prozent), Inter (3,94 Prozent) sowie R+V (3,83 Prozent). Das Problem ist jedoch das Neugeschäft. Nur elf der 31 untersuchten Versicherer konnten es ausbauen (procontra berichtete).

Ungünstige Begleitumstände durch Stärkung der GKV

„Ab 2019 sinken durch das Versichertenentlastungsgesetz in der gesetzlichen Krankenversicherung die Beiträge für Arbeitnehmer und Selbstständige“, blickt Klages voraus. Dadurch dürfte das PKV-Neugeschäft weiter ausgebremst werden. Weiteres Handicap: Durch das Halbieren des durchschnittlichen Mindestbeitrags zur GKV für Selbstständige und Freiberufler auf 171 Euro wird die GKV zum 1. Januar 2019 erheblich günstiger und attraktiver. „Gleichzeitig verringert sich das Neugeschäftspotenzial vor allem für die PKV-Unternehmen, die sich besonders auf diese Zielgruppe fokussieren“, weiß Klages.

Die Schadenaufwendungen der Branche werden gemessen in Aufwendungen für Versicherungsfälle und Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle. Sie stiegen 2017 um 951 Millionen Euro auf 27,7 Milliarden Euro. Im Durchschnitt sank die Schadenquote als Gradmesser dafür, in welchem Umfang die Beitragseinnahmen unmittelbar in Versicherungsleistungen und Alterungsrückstellung fließen, von 79,1 auf 77,4 Prozent.

Am niedrigsten fiel die Schadenquote bei der Mecklenburgischen (54 Prozent), DEVK (66,3 Prozent) und HanseMerkur (69,9 Prozent) aus. Am höchsten bei Freie Arzt- und Medizinkasse der Angehörigen der Berufsfeuerwehr und der Polizei - FAMK (87,2 Prozent), Huk-Coburg (86,4 Prozent) und Debeka (84,3 Prozent).

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