Kostenausweis: Bei Fonds droht Chaos

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Was genau kostet ein Fonds?

Bei Fonds gibt es neben direkten Kosten wie Gebühren für Management oder Depotbank noch laufende Kosten. Zu diesen zählen etwa die Kosten des Kaufs oder der Leihe von Wertpapieren oder Bewirtschaftungskosten einer Immobilie. Die Erfassung solcher Kosten ist aufwendig und erhöht die Kosten des Fonds.

Die drei Richtlinien kommen zu unterschiedlichen Lösungen: Ogaw verzichtet auf die Erfassung der Transaktionskosten. Grund ist deren schwierige Erfassung bei Rentenfonds, sagte Magdalena Kuper, Regulierungsexpertin des Bundesverbandes der Investmentgesellschaften (BVI), kürzlich der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Mifid erfasst alle laufenden Kosten, ohne sie getrennt auszuweisen. Priips will alle laufenden Kosten getrennt nach Transaktions- und sonstigen Kosten erfassen. Der BVI hält die aktuellen Regelungen der Priips-Richtlinie für stark verbesserungsbedürftig.

Beim Kauf von Anleihen fallen im Unterschied zu Aktien keine direkten Transaktionskosten an. Diese verstecken sich vielmehr in der Differenz zwischen dem Preis, zu dem eine Anleihe angeboten wird (Brief), und dem, der für sie geboten wird (Geld). Priips legt für die Berechnung einen sogenannten „Arrival Price“ zugrunde. Die Transaktionskosten berechnen sich dann aus der Differenz zwischen dem Ausführungspreis und dem Mittel aus Geld- und Briefkurs zum Zeitpunkt der Auftragserteilung. „Da steckt jede Menge Marktbewegung drin“, sagt Kuper. „Marktbewegung ist aber als Kostenfaktor nicht anerkannt und von der Fondsgesellschaft nicht beeinflussbar.“ Solche Marktbewegungen sollen aber nach Mifid wieder ausgeschlossen werden. - ein Widerspruch in sich.

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