Immobilienkauf: Regierung auf “Kuschelkurs” mit Maklern?

Sachwerte von Michael Fiedler

Beim Immobilienerwerb sollen die Kaufnebenkosten sinken. Gelingen soll das mit Übertragung des Bestellerprinzips auf Immobilienkäufe. Die Opposition spricht vom „Makler-Kuschelkurs“, den die Regierung fahre. Um welche Vorschläge es geht.

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Regierung auf Kuschel-Kurs mit Maklern? Das ist vielen Maklern neu - zumindest im Bereich Versicherung / Finanzanlagenvermittlung. pixabay / skeeze

Die Eigenheimquote in Deutschland ist in keinem europäischen Land so gering wie hierzulande. Ändern könnte sich das, wenn mehr Menschen eine Immobilie zur Eigennutzung kaufen. Wie schafft man das? Die Kaufnebenkosten müssen sinken.

Gelingen könnte die Senkung, wenn das Bestellerprinzip auch auf Immobilienkauf bzw. -verkauf angewandt würde. Seit Juni 2015 gilt dieses Prinzip bei der Mietwohnungsvermittlung. Auch die Höhe der Maklergebühren ist gesetzlich geregelt und auf zwei Nettokaltmieten plus Mehrwertsteuer begrenzt.

Etwas Ähnliches stellen sich die Grünen auch für den Bereich Immobilienerwerb vor und stellten einen entsprechenden Antrag im Bundestag.

Zur Begründung führen die Grünen an, dass die Maklercourtage deutlich über dem europäischen Durchschnitt liege und eine Begrenzung dennoch eine auskömmliche Courtage ermögliche. Laut Vorschlag der Grünen wäre die Courtage dann auf zwei Prozent inklusive Mehrwertsteuer begrenzt.

Regierung auf Makler-Kuschelkurs?

„Die Bundesregierung hält weiter an ihrem Makler-Kuschelkurs fest", so Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt gegenüber dpa, als der Antrag gestellt wurde. „Maklergebühren müssen von denjenigen gezahlt werden, die eine Immobilie verkaufen, und nicht von den Käufern."
Schließlich würden fast 60 Prozent aller Immobilienangebote in Deutschland von Maklern inseriert (Immobilienscout24, 2016) – in Ballungsgebieten liegt die Zahl wohl deutlich höher. In fast allen Bundesländern fallen Maklergebühren an, die schon mal 7,14 Prozent des Kaufpreises betragen können. Banken setzen die Courtage oft als Eigenkapital voraus und finanzieren sie nicht über einen Kredit. Auf Haushalte und Familien mit wenig Eigenkapital wirke das abschreckend, so die Grünen in ihrem Antrag.

Nun prüft die Bundesregierung den Vorschlag der Opposition. Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) sagte der dpa: „Wir prüfen aktuell, ob sich das Bestellerprinzip auch auf Immobilienverkäufe übertragen lässt.“

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