Datenschutz: Zählen Handelsvertreter im Maklerbetrieb mit?

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Kein Datenschutzbeauftragter in durchschnittlicher Maklerfirma

Tendenz: Dass Gesundheitsdaten regelmäßig in einem Maklerbetrieb erhoben, verarbeitet und auch weitergegeben werden, sei laut Wirth klar. „Dass dies umfangreich ist, ist regelmäßig in einer durchschnittlichen Maklerfirma im Sinne der DSGVO nicht der Fall“, so der AfW.

Insbesondere sieht die DSGVO keine Pflicht zu einem Datenschutzbeauftragten in den Fällen von Anwälten oder Ärzten vor, die allein praktizieren. So heißt es in Erwägungsgrund 91 der DSGVO: „Die Verarbeitung personenbezogener Daten sollte nicht als umfangreich gelten, wenn die Verarbeitung personenbezogene Daten von Patienten oder von Mandanten betrifft und durch einen einzelnen Arzt, sonstigen Angehörigen eines Gesundheitsberufes oder Rechtsanwalt erfolgt.“
Eine Parallele sei laut AfW entsprechend für Makler zu ziehen, die in der Firma allein für die Erhebung, Verarbeitung und Weitergabe von Gesundheitsdaten zuständig sind. Eine umfangreiche Verarbeitung von personenbezogenen Daten wäre erst der Fall, „wenn ein überproportional großer Kundenstamm im Vergleich zu anderen vergleichbaren Maklerunternehmen vorhanden wäre oder die Nutzung von Big Data-Anwendungen vorgenommen würde“.

Es sind also nicht die Gesundheitsdaten der vorrangige Auslöser der Bestellpflicht eines Datenschutzbeauftragten, sondern gegebenenfalls die bereits im alten Bundesdatenschutzgesetz existierende Schwelle der für ein Unternehmen tätigen Personen. Diese ist allerdings unter dem neuen Bundesdatenschutzgesetz auf zehn Personen reduziert worden.

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