Run-off-Kritik: Viridium und Athene nehmen Stellung

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Während man bei Viridium hauptsächlich mit einer Umstellung der IT argumentiert, sieht man bei Athene andere Ursachen für die im Verhältnis zum Vertragsbestand vielen Beschwerden. Eine Sprecherin erklärte gegenüber procontra:

„Bedingt durch das Alter des Bestands und das Fehlen von Neugeschäft, ist bei uns der Anteil der ablaufenden Verträge höher als bei einem Erstversicherer. Das wirkt sich auch auf die Beschwerdequote aus.“

Und weiter: „Der Großteil der Beschwerden hat seine Ursache im Niedrigzinsumfeld, mit dem alle Lebensversicherer zu kämpfen haben und liegt leider außerhalb unseres Einflussbereiches. Die Verträge, die nun in die Leistungsphase gelangen, wurden in einer Zeit abgeschlossen, als den Kunden basierend auf höheren Zinsen auch höhere Versicherungsleistungen in Aussicht gestellt wurden. Diese können heute aufgrund der lang anhaltenden Niedrigzinsphase nicht mehr realisiert werden. Oftmals wird das dem Kunden erst mit der Auszahlung bewusst.“ Man wolle aber natürlich versuchen, Beschwerdeursachen wenn möglich zu beheben und den Kunden die Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds noch besser verständlich zu machen.

Abwickler erfüllen Erwartungen der BaFin

Bezüglich der Gründe für die verhältnismäßig vielen Beschwerden über Abwickler erklärte die BaFin auf procontra-Nachfrage: „Bei den vorliegenden Beschwerden über Unternehmen, die sich im (externen) Run-off befinden, geht es im Allgemeinen um die Frage, ob die Belange der Versicherten auch nach Bestandsübertragung beziehungsweise Eigentümerwechsel gewahrt sind. Die Beschwerden haben außerdem die Höhe der Ablaufleistung beziehungsweise des Rückkaufswertes, die Höhe der Überschussbeteiligung sowie den Fortbestand der Absicherung durch den Sicherungsfonds für die Lebensversicherer zum Thema.“

Insgesamt würden die bisherigen Feststellungen in Bezug auf den Geschäftsbetrieb beziehungsweise das Verhalten von Abwicklungsgesellschaften bei der Übertragung von Versicherungsbeständen oder der Einführung von neuen Bestandsführungssystemen aber den Erwartungen der Aufsicht entsprechen.

Die Frankfurter Leben Gruppe ließ eine procontra-Anfrage vom 25. Juni bis zum heutigen Tage unbeantwortet.

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