Negativzinsen: EZB zwingt Rentenversicherung ins Minus

Versicherungen Meistgeklickt Jahresrückblick von Michael Fiedler

Negativzinsen treffen auch die Gesetzliche Rentenversicherung. Doch auch andere Sozialkassen sind von den Negativzinsen betroffen. Wie groß die Lücken sind und wie es zustande kommt.

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Es wird dunkel bei der Deutschen Rentenversicherung. Shutterstock 360b

Wie das Handelsblatt berichtet, muss die Gesetzliche Rentenversicherung für 2017 einen negativen Vermögensertrag in Höhe von 49 Millionen Euro ausweisen. Weiter berichtet die Zeitung, dass man bei der Rentenversicherung auch im laufenden Jahr mit einem Wert in ähnlicher Größenordnung rechnet. Dabei stützt sich das Handelsblatt auf ein Papier von Wilfried Husmann, Leiter des Geschäftsbereichs Finanzen bei der Rentenversicherung.

Doch die Deutsche Rentenversicherung steht damit nicht allein. Auch der AOK-Gemeinschaft sind allein im ersten Halbjahr sechs Millionen Euro Negativzinsen angefallen.

Grund für die Negativzinsen: Seit 2014 verlangt die Europäische Zentralbank (EZB) Strafzinsen, wenn Nationalbanken – etwa die Bundesbank – Geld bei der EZB parken. Mit dieser Maßnahme sollte die Wirtschaft angekurbelt und der Zugang zu Krediten erleichtert werden. Stattdessen werden Rentenkassen und Gesundheitsfinanzierung getroffen. Ein Ausweg aus dem Dilemma ist nicht in Sicht. Entweder müsste die EZB ihre Geldpolitik ändern. Oder die Rentenversicherung wird nicht mehr verpflichtet, das Geld der Versichertengemeinschaft überwiegend für maximal zwölf Monate konservativ anzulegen.

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