Gewerbe: Erst Daten-, dann Rechtsschutz

Versicherungen Top News von Carla Fritz

Sollten Datenschutz-Risiken im großen Rechtsschutz-Paket oder neuerdings auch separat im kleinen Päckchen absichern? Auf jeden Fall Anlass, das Thema Rechtsschutz beim Firmenkunden anzusprechen und Bestandspolicen zu prüfen.

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Einsteigerprodukt im Rechtsschutz: Was davon zu halten ist. Bild: pixabay / geralt

Um den Aufreger Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wurde es still, nachdem die Umsetzungsfrist abgelaufen war. Inzwischen hört und liest man von ersten Abmahnungen und Klagen. Spätestens jetzt stellt sich für Unternehmen die Frage nach rechtlicher Absicherung. Insofern war man bei Roland Rechtsschutz mit der neuen Rechtsschutzversicherung Jurdata, die seit einigen Wochen am Markt ist, dann doch einen Tick schneller: faktisch eine Auskopplung aus dem Premiumpaket für die Firmenkundschaft, die speziell Risiken aus der DSGVO und angrenzenden Bereichen abdeckt. Das betrifft etwa die Verletzung von Datenschutzpflichten und daraus resultierend zum Beispiel das Verbot der Speicherung personenbezogener Daten. Oder auch den Vorwurf, Daten unerlaubt zu speichern. Und es schließt auch die Deckungsschutzklage ein, wenn der Cyberversicherer nicht zahlen will. Gedacht ist es als „kostengünstiges Einstiegsprodukt“ ab einer Jahresprämie von 99 Euro für kleine und mittelständische Firmen, die bisher „Bedarf an Rechtsschutz noch nicht erkannt haben“.

Rechtsschutz als Türöffner?

Das neue Stand-Alone-Produkt zugleich auch ein Türöffner für Rechtsschutz der gewerblichen Kundschaft? So sei es durchaus angelegt, bestätigt Underwriter Sascha Rein, der das Produkt entwickelt hat. Daten-Rechtsschutz sei in den eigenen Deckungskonzepten längst integriert und dürfte auch am Markt als obligatorische Leistung mittlerweile relativ etabliert sein. Aber der Stellenwert sei heute, gerade auch im Zusammenhang mit Cyberrisiken, ein anderer als vielleicht noch um die Jahrtausendwende, verbunden mit großer Unsicherheit.

Dafür spricht nach Reins Einschätzung auch die erste Resonanz inklusive „Rückfragen von Vertriebspartnern zur Selbstabsicherung“. Anfragen gab es demnach auch von Sport- und anderen Vereinen. Zu diesen Zielgruppen, die vielleicht nicht jeder gleich auf dem Schirm hat, zählt der Produktentwickler außerdem Privatvermieter.

Im Blick hat man aber auch die eigenen und Bestandskunden der Wettbewerber, die bisher nicht den vollen Leistungskatalog brauchten oder wollten: Das neue Angebot schließt Rein zufolge dann Lücken, „die es bei Strafverfahren oder Ordnungswidrigkeiten beim Risiko Datenschutz gibt“.

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