Elementarschaden: auch möglich, wenn kein Gewässer in der Nähe ist

Wohngebäude von Alexander Meurer

Vermittler kennen das: Die wichtige Elementarversicherung wird oft aus Kostengründen abgelehnt, zum Beispiel, weil die Kunden die Risiken falsch einschätzen. Wir zeigen, dass diese Haltung ein Fehler sein kann.

Überschwemmung_Hausrat_Wohngebäude_Schlamm_Keller

Nach einer Überschwemmung bleibt oft eine zentimeterdicke Schlammschicht zurück. Bild: pixabay / skeeze

„Überschwemmung? Hier gibt es doch gar keinen Fluss!“ Vermittler können ein Lied davon singen: Kunden unterschätzen die Gefahr von Überschwemmungsschäden, die nicht durch eine herkömmliche Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abgedeckt sind. Einer Umfrage des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zu Folge, schätzten im Jahr 2016 fast 90 Prozent der Befragten das Überschwemmungsrisiko als gering ein. Ganze zwei Drittel glauben demnach, nie von einer Überschwemmung betroffen zu sein.

Allerdings können entsprechende Elementarschäden auch auftreten, wenn gar kein Gewässer in der Nähe ist. Wie der GDV im „Naturgefahrenreport 2017“ bekannt gab, haben Wetterphänomene wie Starkregen im Jahr 2016 fast zehnmal so hohe Schaden verursacht wie im Vorjahr. Dabei kann es in kürzester Zeit soviel regnen, dass die Kanalisation die Wassermassen nicht richtig aufnehmen kann. Im schlimmsten Fall kann ein sogenanntes Rückstau-Szenario eintreten: Wasser, das nicht über die öffentlichen Wasseranlagen abgeführt werden kann, drückt durch die tiefer gelegenen Rohre zurück ins Haus. In diesem Fall können Keller volllaufen, was zu teils erheblichen Schäden an der Bausubstanz sowie am Hausrat führen kann.

Keine Rückstauklappe vorhanden?

Wer von einem Rückstau betroffen ist, kann sich jedoch nicht darauf verlassen, dass die Versicherung für die dadurch entstandenen Schäden aufkommt – selbst, wenn eine Elementarschutzversicherung abgeschlossen wurde! Viele Policen kommen nämlich mit vertraglich geregelten Obliegenheiten, die der Versicherungsnehmer erfüllen muss. Dabei ist der Einbau sowie die regelmäßige Funktionsprüfung einer sogenannten Rückstauklappe bei überflutungsgefährdeten Räumen häufig verpflichtend. Eine solche Klappe verhindert das Eindringen von zurücklaufendem Abwasser und schützt darüber hinaus auch vor Nagetieren, die durch die Kanalisation ins Haus eindringen könnten.

Versicherer definieren Überschwemmung und Rückstau mitunter verschieden, was sich unmittelbar auf den Leistungsumfang entsprechender Produkte auswirkt. Auch die Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit diese Policen im Schadenfall greifen, weisen häufig entscheidende Unterschiede auf, über die Sie unbedingt bescheid wissen sollten. Insofern ist es für Hausbesitzer ratsam, sich in jedem Fall an einen Experten zu wenden.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare