Cyberversicherung: Hoffnungsträger ohne Marktstandard

Versicherungen von Michael Fiedler

Die deutschen Schaden- und Unfallversicherer setzen ihre Hoffnung auf langfristiges Wachstum in Cyberversicherungen. Doch ein Marktstandard hat sich bisher noch nicht ausgebildet.

Cyberpolice Cybercrime Hoffnungsträger

Der Cyberbereich gilt als Hoffnungsträger der Branche. Doch er hat ganz eigene Herausforderungen. pixabay / Alexas_Fotos

Der Assekurata-Marktausblick widmet sich neben der Lebens- und Krankenversicherung auch dem Gewerbe-/Sachbereich. Hier spielt insbesondere die Cyberversicherung eine wichtige Rolle. Denn die Schaden-/Unfallversicherer setzen ihre Hoffnungen auf langfristiges Wachstum in diesen Bereich. Die Analysten von Assekurata verweisen in ihrem Ausblick auf die in den vergangenen Monaten lancierten Versicherungskonzepte im Cyberbereich.

Trotz Muster kein Standard

Auffällig sei, dass sich trotz der Musterbedingungen für eine Cyberversicherungspolice, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entwickelte, noch keine umfassende Lösung im Sinne eines Marktstandards etabliert habe, so Assekurata. Der Vergleich der auf dem Markt erhältlichen Deckungen sei schwierig, da die Risiken zwischen verschiedenen Unternehmen je nach Geschäftsfeld stark variieren.
„Während sich große, global agierende Unternehmen in der Regel mit individuellen Deckungskonzepten über Spezialversicher oder Industriemakler gegen Cyberangriffe versichert haben, sehen wir insbesondere bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen noch deutlichen Nachholbedarf“, erläutert Dennis Wittkamp, Analyst bei Assekurata. „Nicht zuletzt aufgrund der verschärften Meldepflichten von Cyberattacken im Rahmen der seit Mai geltenden neuen Datenschutz-Grundverordnung und der Tatsache, dass mit jeder Cyberattacke die Sensibilität für das Thema Cyberkriminalität innerhalb der Bevölkerung weiter zunehmen dürfte, bieten sich hier große Wachstumspotenziale.“

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