PKV-Beratung: Mögliche Fallstricke in den AVB

Themenseite Private Kranken von Beatrix Altmann

Privatpatienten haben ein Anrecht auf Chefarztbehandlung und genießen den größtmöglichen Komfort – auch in der Rehabilitierungsphase. Doch stimmt das wirklich? Und worauf ist in den Vertragsbedingungen zu achten? Wir gehen auf wichtige Vertragsinhalte bei Privaten Krankenversicherungen ein.

Krankenversicherung PKV AVB Fallstrick

Vorsicht bei diesen Fallstricken in der PKV! Manche sind wirklich gut getarnt. (Symbolbild) Bild: pixabay / Hans

In Tarifen vieler privater Krankenversicherungen können sich im Kleingedruckten oder hinter schwammigen Klauseln sehr oft erhebliche Leistungseinschränkungen verstecken. Das mögen auf den ersten Blick zunächst kleine Details sein, die sich aber im Ernstfall als sehr kostspielig erweisen können.

Es gibt immer wieder Angebote, in denen eine private Krankenversicherung zu einem unrealistisch niedrigen Beitragssatz angeboten wird. Doch gerade diese Günstigangebote sind in der Regel mit enormen Leistungseinschränkungen verbunden und lohnen sich grundsätzlich nicht.

Auf folgende Fallstricke in den AVB müssen auch Sie als Vermittler achten:

Fallstrick Selbstbeteiligung

Viele PKV-Tarife werden günstig angeboten, weil sie hohe Selbstbeteiligungen vereinbaren. Dies lohnt sich jedoch nur für Versicherte, die selten krank sind oder zum Arzt gehen – denn sonst muss er einen hohen Beitrag selbst bezahlen. Wer häufig krank ist und bei jeder neuen Erkrankung eine neue Selbstbeteiligung zahlen muss, hat durch seine vermeintlich günstigere Versicherung doch erheblich höhere Kosten.

Fallstrick Höchstbeteiligung

Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es in Deutschland für privat Versicherte eine Gebührenordnung (GOÄ/GOZ) Wird der Höchstsatz als Grenzsatz für die Erstattung vereinbart, ist das ausreichend, glauben viele Vermittler und PKV-Kunden. Im ambulanten Bereich könnte das vielleicht so stehen bleiben, nicht aber im stationären Bereich. Hier kann beispielsweise für eine Bandscheiben-OP durchaus mit dem 8,5-fachen Schutz abgerechnet werden. Und bei akuten Erkrankungen können sehr schnell bis zu sechsfache Summen fällig werden.

Fallstrick Privatpatient

Privatpatienten genießen Chefarztbehandlung und werden generell bevorzugt behandelt – so lautet die gängige Meinung und oftmals die Werbebotschaft privater Krankenversicherer. Doch: Bindet der Versicherer seine Leistungen an die Bundespflegesatzverordnung und das Krankenhausentgeltsetz, entfallen Privatkliniken, die nicht danach abrechnen. Die freie Krankenhauswahl gilt also nur bedingt. Denn eine Privatklinik rechnet de facto immer wesentlich höher ab als ein öffentliches Krankenhaus – und Patienten können dadurch zum Selbstzahler werden.

Fallstrick Rehamaßnahmen

Auch bei Anschlussbehandlungen und Rehamaßnahmen kann es Begrenzungen geben, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind. So gibt es beispielsweise Anbieter, die nur bei einer „schweren Erkrankung“ eine Anschluss- bzw. Rehabehandlung ohne notwendige vorherige schriftliche Zusage bewilligen – jedoch ohne zu definieren, was eine „schwere Erkrankung“ eigentlich ist. Andere Anbieter bewilligen Rehabehandlungen nur, wenn diese am Wohnort erbracht werden. Was aber, wenn jemand aus der Großstadt wegen einer Atemwegserkrankung in einen Kurort müsste?

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