Muss der Makler eine Auftragsdatenverarbeitung mit Maklerpools schließen?

Berater Recht & Haftung Top News Meistgeklickt Jahresrückblick von Sebastian Karch und Stephan Michaelis (Kanzlei Michaelis)

Maklerpool in Einwilligungserklärung benennen

„Wichtig ist, dass der Makler in seiner Datenschutzerklärung zum Maklervertrag die Einwilligung des Kunden in die Datenweitergabe an den Maklerpool einholt. Der Pool ist dabei mit Namen zu benennen, damit der Kunde transparent darüber informiert wird, wohin seine personenbezogenen Daten im Rahmen des Maklervertrages weitergegeben werden.“ (Rechtsanwalt Stephan Michaelis).

Damit sich der Makler nicht schadensersatzpflichtig macht, sollte in jedem Fall darauf geachtet werden, dass er in seiner Datenschutzerklärung zum Maklervertrag den Maklerpool, an welchen er angebunden ist, namentlich vollständig benennt. Dies gilt selbstverständlich auch dann, wenn der Makler eine AVV mit seinem Pool geschlossen haben sollte. Denn es ist nicht das eine oder das andere zu tun. Eine AVV befreit den Makler nicht davon, dass er einen Datenschutzverstoß begeht, wenn er im Poolgeschäft keine nachweisliche Einwilligung einholt und den Kunden nicht über die Einbindung des Pool informiert.

Fazit
In den allermeisten Fällen muss der Makler keine AVV mit dem Maklerpool abschließen. Wenn der Makler nicht aufpasst, entstehen auch noch nachteilige vertragliche Pflichten. Nur wenn der Pool sich auf reine Back-Office-Dienstleitungen, wie etwa nur die Zurverfügungstellung eines MVP beschränkt und rechtlich auch keine Versicherungsverträge an sich gezogen hat, ist vielleicht eine AVV zu schließen. Dann liegt die Konstellation zugrunde, dass der Pool strikt die Weisungen des Maklers umzusetzen hat. Denn aus Sicht des Pools wird dieser ansonsten immer freiwillig und eigenverantwortlich tätig, ohne entscheidend und vollständig nach den Vorgaben des Maklers weisungsgebunden zu sein.
Viel wichtiger ist es, dass der Makler seine Kunden transparent darüber informiert, dass er personenbezogenen Daten des Kunden, insbesondere die besonderen personenbezogenen Daten, an den Maklerpool weitergeben wird. Dazu hat er sich die Einwilligung des Kunden einzuholen, auch wenn eine AVV vereinbart wurde!

Anmerkung:
In diesem Artikel werden die neuen Begrifflichkeiten aus der DSGVO verwendet; legaldefiniert in Art. 4 DSGVO. Zur besseren Nachvollziehbarkeit: Verantwortlicher entspricht dem „alten“ Auftraggeber und Auftragsverarbeiter dem Auftragnehmer. Die „alten“ Begrifflichkeiten werden auch noch weiterhin in vielen neuen AVV verwendet.

Seite 1: Wer ist Auftragsverarbeiter?
Seite 2: Abgrenzung: Auftragsverarbeitung oder eigene Verantwortlichkeit?
Seite 3: Pool kein Auftragsverarbeiter
Seite 4: Maklerpool in Einwilligungserklärung benennen

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