Check24: „Provisionen haben keinen Einfluss“

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procontra: Stichwort Provisionen: Die Linken fragen nach den Provisionssätzen, die Vergleichsportale für einzelne Sparten nehmen. Diese Sätze hüten die Vergleichsportale für gewöhnlich wie ihren Augapfel. Vor dem Hintergrund, dass sich die Huk-Coburg Gruppe gänzlich von Vergleichsportalen verabschiedet hat, weil ihnen die verlangten Sätze zu hoch sind: Liegen die von Ihnen verlangten Provisionssätze über oder unter dem Marktdurchschnitt?  

Röttele: Die Provisionssätze sind marktüblich. Bei Check24 zahlen die Versicherer auch nur bei erfolgter Vermittlung eine marktübliche Provision. Die Huk und andere Versicherer zahlen hingegen bei Google für die Kundengewinnung über ein Auktionsverfahren ein Vielfaches der Provision von Vergleichsportalen. Die Aussage der Huk, Vergleichsportale wären zu teuer, ist daher falsch. Wahrscheinlich soll mit der Aussage vom Scheitern des Huk-eigenen Portals abgelenkt werden.    

procontra: Da sich manche Versicherer gegen die Teilnahme an Ihrem Vergleichsangebot entschieden haben: Auf welchen Marktanteil der Versicherer können Sie bei Ihren Vergleichen zurückgreifen, gerne aufgeteilt auf die Bereiche SHUK-RS, Leben und Kranken?

Röttele: Die Versicherer, die an unseren Vergleichen teilnehmen, bilden einen Großteil des Marktes ab. Das belegen zahlreiche Testsiege. Über Marktanteile einzelner Versicherer haben wir keine Informationen. Wir können nur schätzen, dass wir mit unseren Versicherungsvergleichen je nach Sparte etwa 85-99 Prozent Marktabdeckung erreichen. Grundsätzlich stehen wir allen Marktteilnehmern offen. Wir kommunizieren in jedem Versicherungsvergleich transparent, welche Versicherungen teilnehmen und welche nicht.    

procontra: Die Linken fragen die Bundesregierung auch nach einem ‚Vergleichsportal-Label‘, das die Qualität der Vergleichsportale für die Verbraucher kennzeichnen soll. Wäre so ein ‚Label‘ Ihrer Meinung nach sinnvoll? Und rechnen Sie darüber hinaus in Zukunft mit neuen Regeln seitens der Bundesregierung für Versicherungs-Vergleichsportale?

Röttele: Generell halten wir Labels und Zertifizierungen für sinnvoll. Allerdings zeigen auch erste Initiativen solcher Zertifizierungen, wie etwa das Zahlungskontengesetz, fundamentale Schwierigkeiten. Wenn zum Beispiel Banken ihre Preisblätter nur in der Filiale aushängen, nicht aber Vergleichsportalen dauerhaft, aktuell und standardisiert zur Verfügung stellen, ist die Aufbereitung solcher Informationen für alle unmöglich. Hier muss die Bundesregierung die infrastrukturellen Voraussetzungen schaffen, etwa über eine digitale Sammelstelle. Erst dann werden Labels sinnvoll. Diese und andere Probleme führen dazu, dass das Zahlungskontengesetz überarbeitet werden muss.  

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