Versicherer mit 3 neuen Kooperationen

Versicherungen von Martin Thaler

Die Versicherungskammer Bayern öffnet dem Online-Makler Clark den Weg zu Sparkassen-Kunden. Bei der Arag setzt man indes auf das Thema Fernbehandlung. Und auch die Baloise gibt eine neue Partnerschaft bekannt.

3 Versicherer haben neue Kooperationen bekannt gegeben.

3 Versicherer haben neue Kooperationen bekannt gegeben. Foto: rawpixel - Pixabay.de

Der digitale Versicherungsmakler Clark stellt seine Technologie in Zukunft der Versicherungskammer Bayern (VKB) zur Verfügung. Die Versicherungsplattform von Clark erlaubt es Kunden, seine Versicherungspolicen online zu verwalten. Clark überprüft den Vertragsbestand der Kunden dabei auf mögliche Versicherungslücken und macht den Kunden entsprechende Vorschläge, diese Lücken zu schließen.  

Die VKB teilte mit, dass die Clark-Technologie vor allem an die Anforderungen der kooperierenden Sparkassen angepasst wurde. In den kommenden Monaten soll das Angebot zudem auch den Kunden der weiteren Konzernunternehmen Feuersozietät, Saarland-Versicherungen sowie der BavariaDirekt zur Verfügung gestellt werden.  

In einem weiteren Schritt soll die Technologie als White-Label-Lösung weiteren öffentlichen Versicherern und Sparkassen angeboten werden. Für Clark, das vor kurzem in einer Investitionsrunde 29 Millionen US-Dollar einsammeln konnte, stellt die Kooperation mit der VKB einen wichtigen Schritt dar. Damit haben die Berliner Zugang zu weiteren Bankkunden bekommen. In der jüngsten Vergangenheit hatten die Berliner bereits Kooperationen unter anderem mit Deutschlands größten Direktbanken (ING-Diba, DKB) geschlossen.  

„Unser Ziel ist es, dass bis Ende 2019 über eine Milliarde Euro Vertragsvolumen über unsere digitale Versicherungsplattform gemanagt werden. Drei weitere Aufträge von führenden Finanzunternehmen stehen kurz vor dem Go-live. Damit können wir unser Ziel gemeinsam mit Finanzinstituten zur zentralen Versicherungsplattform in Europa zu werden noch schneller erreichen“, erklärte Clark-CEO Dr. Christopher Oster.    

Arag setzt auf Fernbehandlung

Bei der Arag setzt man indes auf das Thema Fernbehandlung. Wie das Düsseldorfer Unternehmen mitteilte, arbeitet die Arag nun mit dem Start-Up Teleclinic bei einem Modellversuch in Baden-Württemberg zusammen. Im südlichen Bundesland haben Versicherte die Möglichkeit, sich von Ärzten per Telefon oder Video-Chat von Ärzten behandeln zu lassen, ohne zuvor persönlich bei diesen vorstellig werden zu müssen. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Patienten mit Symptomen, die zunächst keine körperliche Untersuchung erfordern. Der Arzt hat in diesem Rahmen auch die Möglichkeit, Rezepte direkt an die Apotheke zu schicken.

„Damit setzen wir erneut einen spannenden Digitalisierungsimpuls in einem Markt, in dem telemedizinische Angebote für die Kunden immer mehr an Bedeutung gewinnen“, erläutert Dr. Roland Schäfer, Vorstandsmitglied der ARAG Krankenversicherungs-AG.  Neben der Arag sind auch die privaten Krankenversicherer Debeka und Barmenia bei dem Modellversuch involviert.

Baden-Württemberg bildet bislang die Ausnahme bei der Zulassung der Fernbehandlung. Jedoch debattiert die Deutsche Ärztekammer in dieser Woche über eine bundesweite Lockerung des bisherigen Verbotes. Diese Debatte wird auch vom digitalen Krankenversicherer Ottonova mit Spannung verfolgt werden – dieser kooperiert beim Thema Fernbehandlung mit dem Schweizer Anbieter Eedoctors. In der letzten Woche war bekannt geworden, dass die Wettbewerbszentrale eine Unterlassungsklage gegen Ottonova eingereicht hatte, da die Münchener dieses Angebot beworben hatten.

Baloise kooperiert mit Valoo

Eine neue Kooperation vermeldet auch der Schweizer Versicherer Baloise. Dieser arbeitet – zunächst einmal in der Schweiz – in Zukunft mit dem französischen Start-Up Valoo zusammen. Dieses bietet Nutzern eine App an, mit der einzelne Gegenstände vom Zeitpunkt ihres Kaufs bis zu einem möglichen Verkauf verwaltet, versichert und ihr gegenwärtiger Wert bestimmt werden können.  Zudem speichert die App die jeweiligen Rechnungen und Garantiescheine, so dass in einem Schadensfall die entsprechenden Dokumente schnell zur Hand sind.  

Die Baloise hat nun die App um zwei Funktionen erweitert – so können App-Nutzer nun für ihre jeweiligen in der App erfassten Gegenstände Versicherungen abschließen sowie Schadensmeldungen an den Versicherer schicken.