Ottonova wehrt sich gegen Unterlassungsklage

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Bei Ottonova kann man indes keinen Fehler seinerseits erkennen und beruft sich auch auf ein rechtsmedizinisches Gutachten, dass zuvor eingeholt worden war. Demnach wäre die Werbung für die telemedizinische Video-Konsultation nur dann unzulässig, wenn die Art der angebotenen Fernbehandlung selbst unzulässig wäre. „Mit der Fernbehandlung haben wir für den deutschen Gesundheitsmarkt eine überfällige Innovation angestoßen, erklärte Ottonova-Gründer Dr. Roman Rittweger. „Dabei haben wir nicht nur besonderen Wert auf die rechtliche Zuverlässigkeit gelegt, sondern vor allem auf eine verantwortungsvolle und hochqualitative Patientenversorgung.“  

Gleichzeitig drängt man auf eine Reformierung des Fernbehandlungsverbotes. Eine solche ist durchaus realistisch. In Baden-Württemberg wird die ausschließliche Fernbehandlung bereits in einem Modellprojekt erprobt. Ab Mai dieses Jahres könnte dies auch bundesweit möglich sein. Vom 8. bis 11. Mai wird auf dem Deutschen Ärztetag in Erfurt über eine Aufhebung besagten Verbotes diskutiert werden. Die Chancen, dass es fällt bzw. gelockert wird, stehen gut.  

So berichtete der Spiegel im Februar aus einem Protokoll einer Vorstandssitzung der Bundesärztekammer. Diese will eine ausschließliche Behandlung oder Beratung über elektronische Kommunikationsmedien dann erlauben, „wenn dies im Einzelfall ärztlich vertretbar ist“. Im Mai müssen die Delegierten auf dem Deutschen Ärztetag diesen Passus absegnen.  

Unterstützung hierfür kommt von Ottonova, der Versicherer drängt auf Rechtssicherheit. „Zum Wohle der Patienten und der gesamten Ärzteschaft fordert Ottonova den Deutschen Ärztetag auf, die telemedizinische Fernbehandlung als moderne, zukunftsweisende Option der ärztlichen Beratungs- und Behandlungstätigkeit anzuerkennen und damit auf sicherer, standes- und versicherungsrechtliche Grundlagen zu stellen“, heißt es aus München.

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