Den Kunden die Angst vor der Pflege nehmen

Berater von Florian Burghardt

Die Angst vor Altersarmut und Pflegebedürftigkeit ist hierzulande in allen Altersgruppen präsent. Dennoch wird kaum privat vorgesorgt. Dabei beträgt die monatliche Pflegelücke schnell mehrere hundert Euro und kann auch die Kinder betreffen.

Pflegebedürftigkeit allein ist für alle Beteiligten schon eine große Belastung. Mit privater Vorsorge kann verhindert werden, dass auch noch finanzielle Probleme dazukommen.

Pflegebedürftigkeit allein ist für alle Beteiligten schon eine große Belastung. Mit privater Vorsorge kann verhindert werden, dass auch noch finanzielle Probleme dazukommen. Bild: unclelkt/Pixabay

Fragt man junge Menschen nach ihren Ängsten, so wird am häufigsten der Terrorismus (58,8 Prozent; Mehrfachnennungen möglich) genannt. Schon auf Platz zwei folgt allerdings die Angst vor der Altersarmut (50,4 Prozent). Zumindest laut einer Studie von F.A.Z.-Institut und Toluna im Auftrag der Nürnberger Versicherung. Dafür wurden im November und Dezember 2017 insgesamt 1.000 Bürger im Alter von 18 bis 29 Jahren befragt. Die Antworten sind somit auf die Altersgruppen der Generation Y und der Millennials anwendbar.

Nach Krieg auf Rang drei (48,4 Prozent) folgt schon auf vier die Besorgnis über fehlende Rücklagen und Absicherung in Notfällen (40,5 Prozent). Diesen finanziellen Befürchtungen zum Trotz verzichtet mehr als die Hälfte der Millennials darauf, etwas für später zurückzulegen. Gründe dafür sind unter anderem, dass 44,2 Prozent der Befragten Versicherungen und private Vorsorgeprodukte als zu teuer empfinden und mehr als jeder Vierte bezweifelt, dass er im Schadensfall auch tatsächlich eine Leistung erhalten würde.

Jeder Zweite fürchtet den Pflegefall

Die paradoxe Mischung aus finanziellen Zukunftsängsten und Untätigkeit scheint sich mit zunehmendem Alter fortzusetzen. So fürchtet sich schon seit Langem etwa die Hälfte der Deutschen davor, im Alter zum Pflegefall zu werden. Das geht aus einer Langzeitbetrachtung der R+V-Versicherung hervor. Seit 1992 befragt das Unternehmen für seine wiederkehrende Studie „Die Ängste der Deutschen“ jährlich rund 2.400 Menschen nach ihren Ängsten. Mit Blick auf den „Tag der Pflege“ am 12. Mai weist der Versicherer auf diese konstante Sorge hin. „Etwa jeder zweite Deutsche hat große Angst vor Pflegebedürftigkeit. Diese Angst lag in den vergangenen 26 Jahren nahezu konstant bei rund 50 Prozent“, sagt Brigitte Römstedt, Chefin des studienleitenden R+V-Infocenters.

Während die Furcht vor der Pflegebedürftigkeit bei den 20- bis 39-Jährigen im Durchschnitt noch bei 40 Prozent liegt, sind es bei den 40- bis 59-Jährigen schon 57 Prozent. Ab 60 Jahren ist diese Sorge dann schon für 64 Prozent der Menschen ein Thema.

Ohne Vorsorge drohen hohe Kosten

Paradox: Dennoch hält sich die Nachfrage nach privaten Pflegezusatzversicherungen in Grenzen. In den letzten 25 Jahren hat sich der Vertragsbestand von etwa 100.000 auf gerade einmal 2,7 Millionen ausgebaut, davon etwa 2,5 Millionen Pflegetagegeldversicherungen.

Wie sehr sich privater Pflegeschutz lohnen kann, zeigen die enormen Unterschiede zwischen den Bundesländern beim einrichtungseinheitlichen Eigenanteil für die Unterbringung im Pflegeheim. Beim gesamten monatlichen Eigenanteil fallen die Unterschiede von Bundesland zu Bundesland noch deutlicher aus. Einer großangelegten Erhebung zufolge kann er zwischen rund 1.100 und 2.100 Euro liegen. Die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung sind bei diesen Zahlen bereits abgezogen. Reichen gesetzliche Rente und andere Einkünfte der Pflegebedürftigen nicht aus, können die Mehrkosten über den Elternunterhalt auch auf die Kinder abgewälzt werden. Durch private Vorsorge, zum Beispiel mit einer Pflegetagegeldversicherung, kann diese Pflegelücke gefüllt werden.

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