Vorschlag: So könnte "Riester 2" aussehen

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Bruttobeitragsgarantien und Niedrigzinsen - unter diesen Bedingungen sei die Riester-Rente nicht mehr zeitgemäß. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie. Die Autoren wollen Riester aber nicht abschaffen, stattdessen machen sie Reform-Vorschläge.

Kann die Riester-Rente wieder flott gemacht werden?

Kann die nach Walter Riester benannten Riester-Rente wieder flott gemacht werden? Foto: procontra

Gut zwei Jahre ist es nun her, als Horst Seehofer, damals noch bayerischer Ministerpräsident, zum Totengesang der Riester-Rente ansetzte. Die staatlich geförderte Privatvorsorge sei gescheitert, schallte es damals aus München – spätestens seitdem lieferten sich Riester-Gegner und Befürworter einen öffentlich ausgetragenen Schlagabtausch.  

Auch in der Politik ist das Thema mittlerweile angekommen. Während im Koalitionsvertrag noch ein wenig schwammig von der Entwicklung eines neuen Riester-Standard-Produkts die Rede ist, preschte das Bundesland Hessen jüngst im Bundesrat mit seinem Vorschlag zur Einführung einer Deutschland-Rente vor.

Die Riester-Rente steht unter Druck – die Frage, die sich angesichts des stagnierenden Bestandes stellt, ist: Muss die Riester-Rente durch ein anderes Produkt abgelöst werden oder kann sie verbessert werden.  

"Riester-Rente ist nicht mehr zeitgemäß"

Für zweite Option machen sich nun das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA), das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) und die Fondstochter der Deutschen Bank, die DWS, stark. „Die Riester-Rente ist im gegenwärtigen Marktumfeld nicht mehr zeitgemäß“, heißt es in einer neuen Studie, die die drei Parteien an diesem Montag in Berlin vorstellten.  

Abgeschafft werden soll Riester aber nicht – vielmehr geht es den drei Parteien um ein „Facelifting“, um die Erschaffung von „Riester 2“, wie es Klaus Morgenstern, Sprecher der DIA, formulierte.  

Um dies zu schaffen, appellieren DIA, IVFP und DWS für eine Abschaffung der Bruttobeitragsgarantie. Bislang müssen die Anbieter ihren Kunden die von diesen eingezahlten Beiträge sowie die gewährten Zulagen zum Ende der Vertragslaufzeit garantieren. Dies fällt den Anbietern aufgrund der andauernden Niedrigzinsphase jedoch immer schwerer. Die Folge: Es ist kaum noch möglich, dass Beitragsanteile in chancenreichere Kapitalanlagen investiert werden.  

Selbst Kunden, die ein höheres Risiko eingehen möchten, haben hierzu gar keine Möglichkeit, wie eine gemeinsame Auswertung der sich am Markt befindlichen fondsgebundenen Riester-Produkte ergebe. So sei der Großteil der Produkte (60 Prozent) mit einer Laufzeit von 30 Jahren in der Chancen-Risiko-Klasse 2, der zweitniedrigsten, zu verordnen. Produkte in der Chancen-Risiko-Klasse 5 gebe es überhaupt nicht.  

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