Versicherungskäse 2018: Das sind die Nominierten

Versicherungen von Florian Burghardt

Der Bund der Versicherten verleiht Ende dieser Woche wieder seinen gefürchteten Preis an das, aus seiner Sicht, schlechteste Versicherungsprodukt des Jahres. Im Finale stehen 3 Kandidaten.

Die Auszeichnung "Versicherungskäse des Jahres" erhält mittlerweile in der Branche viel Beachtung. Begehrt ist sie allerdings weiterhin nicht.

Die Auszeichnung "Versicherungskäse des Jahres" erhält mittlerweile in der Branche viel Beachtung. Begehrt ist sie allerdings weiterhin nicht. Bild: JPC-PROD - fotolia.de

Er ist inzwischen einer der meistbeachteten Preise in der Versicherungsbranche: Der Versicherungskäse des Jahres. Zum mittlerweile vierten Mal wird der Bund der Versicherten e. V. (BdV) seine Negativ-Auszeichnung an ein Versicherungsprodukt vergeben, dass laut den Verbraucherschützern „mangelnde Transparenz, lückenhafte und nicht nachvollziehbare Leistungen, zu hohe Beiträge oder zweifelhaften Nutzen“ aufweist. Die Verleihung findet im Rahmen der 28. BdV-Wissenschaftstagung am 12. und 13. April in Berlin statt.

Bereits heute haben die Verbraucherschützer die drei Nominierten bekannt gegeben, aus denen letztendlich der Sieger bestimmt wird. Diese sind (gelistet nach der alphabetischen Reihenfolge des Tarifnamens):

  • „ERGO SmartHome Schutzbrief“ – ein Produkt der Ergo Group AG. Das Kooperationsprodukt von Ergo und Deutscher Telekom bietet einen Notrufservice, beispielsweise im Falle von Feuer oder Einbruch. Dazu der BdV: „Völlig rätselhaft bleibt der Jury der Sinn dieser Versicherung. Meldet die App Feuer, ruft man doch eigentlich selbst die Feuerwehr an? Meldet sie einen Einbruch, kommt die Polizei. Deren Notrufnummern 112 und 110 kennt jedes Kind. Kosten, die zu versichern wären, entstehen in der Regel nicht.“

  • „Generali Vitality BU-Tarif SBUV 17“ – ein Produkt der Generali Deutschland AG. Diese Berufsunfähigkeitsversicherung in Kombination mit dem umstrittenen Generali Vitality-Programm sieht man beim BdV kritisch: „Doch die Herausgabe höchst sensibler Gesundheitsdaten für einen minimalen, kaum quantifizierbaren Rabatt bei der Versicherungsprämie - das ist datenschutzrechtlich, aber auch aus Sicherheitsgründen bedenklich. Dazu kommen völlig intransparente und obendrein widersprüchliche Klauseln zur Ermittlung dieses Rabatts.“

  • „Schülerversicherung“ – ein Produkt der Württembergische Gemeinde-Versicherung a.G. und der BGV-Badische Versicherung AG. Hierzu kritisiert der BdV, dass es den beiden Versicherern durch eine landesrechtliche Regelung in Baden-Württemberg ermöglicht wird, „kleine und unsinnige Versicherungen über die Lehrer an die 1,5 Millionen Schüler zu verteilen“. Die Lehrer würden die Anträge verteilen und das Geld kassieren, heißt es weiter. Beraten können und dürfen sie allerdings nicht.

Der letztendliche Sieger beim Versicherungskäse 2018 wird durch eine Jury ermittelt. Diese stellt der BdV in seiner Ankündigung zur Veranstaltung wie folgt vor:

  • Kerstin Becker-Eiselen (Verbraucherzentrale Hamburg)        
  • Edda Castelló (Expertin)        
  • Lars Gatschke (Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.)          
  • Peter Schütt (Versicherungsberater)           
  • Barbara Sternberger-Frey (Redaktionsbüro Sternberger-Frey)
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