Setzte HUK-Coburg Mitarbeiter unter Druck?

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Die Gewerkschaft ver.di erhebt gegen den fränkischen Versicherer schwere Vorwürfe. Demnach wurden Mitarbeiter mit hohen Fehlzeiten unter Druck gesetzt bzw. gar gefeuert.

Die Gewerkschaft Ver.di erhebt schwere Vorwürfe gegen die HUK-Coburg.

Die Gewerkschaft Ver.di erhebt schwere Vorwürfe gegen die HUK-Coburg. Foto: HUK-Coburg

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di übt harte Kritik am Versicherer HUK-Coburg. Anstoß der Kritik ist der Personalpolitik der Franken. Der HUK-Coburg wird seitens der Gewerkschaft vorgeworfen, Beschäftigten mit hohen krankheitsbedingten Fehlzeiten eine einvernehmliche Kündigung nahezulegen. Lasse sich der Arbeitnehmer hierauf nicht ein, werde von Seiten des Unternehmens eine krankheitsbedingte Kündigung ausgesprochen.  

Konkret berichtet ver.di über die Situation in der Hamburger Konzernniederlassung. Hier seien von den rund 200 Beschäftigten im April 2017 sieben Mitarbeiter mit längeren oder häufigeren krankheitsbedingten Fehlzeiten gekündigt worden – obwohl der Betriebsrat widersprochen habe.  

Diese Kündigungen habe das Unternehmen selbst in einem Rundschreiben publik gemacht. Zudem seien weitere 20 Beschäftigte mit hohen Fehlzeiten zu Personalgesprächen vorgeladen worden. Thema: Sollten die Fehlzeiten nicht reduziert werden, müsse auch hier eine Kündigung ausgesprochen werden.  

Laut ver.di habe die Geschäftsleitung der HUK-Coburg auf diese Weise ein „unerträgliches Klima der Angst“ geschaffen. Für die hohen Fehlzeiten macht die Gewerkschaft das Unternehmen selbst verantwortlich: Schuld seien unter anderem die Arbeitsbedingungen und der ungeheure Arbeitsdruck, der zu physischen und psychischen Überlastungen geführt habe.  

Ein Vorgehen, laut Gewerkschaft einmalig in der Versicherungsbranche, das ver.di lautstark kritisiert: „Gerade erkrankte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen die Unterstützung ihres Arbeitgebers und nicht die Bedrohung ihrer Existenzgrundlage“, wird ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Meister in einer Pressemitteilung zitiert. Und weiter: „Wir kritisieren den Druck, der auf alle Arbeitnehmer der HUK-Coburg ausgeübt wird, wenn sie befürchten müssen dass ihr Arbeitgeber bei Fehlzeiten durch Erkrankungen leichtfertig und vorschnell das Arbeitsverhältnis kündigt. Insbesondere der Ausspruch von Kündigungen auch langjährig Beschäftigter ist für uns als Versuch des Unterlaufens tarifvertraglicher Schutzregelungen in der Versicherungsbranche nicht tolerabel.“

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