Provisionsdeckel: Courtageverluste bis knapp 50 Prozent möglich

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Ein Versicherer meldete sich nun ebenfalls zum Thema zu Wort. In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten Dr. Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen sowie deren Vorstandsmitglied Martin Gräfer, ihre Ablehnung gegenüber der Einführung eines Provisionsdeckels. Ein solcher würde einen „unnötigen weiteren staatlichen Eingriff in die private Wirtschaft und in die gesetzlich garantierte Gewerbefreiheit“ darstellen.  

Eindringlich ermahnen die beiden Versicherungsvorstände, dass die geforderte Verbesserung der Beratungsqualität auch honoriert werden müsse: „Gute Beratung kostet Geld und ist nicht zum Nulltarif zu haben.“ Die Versicherungsbranche bilde hier keine Ausnahme – versteckte Provisionen gebe es auch in anderen Branchen, wo Beratung honoriert werde, beispielsweise in Reisebüros, beim Immobilienmakler oder beim Kauf eines Neuwagens.  

Provisionen bildeten eine wichtige Einnahmequelle für Versicherungsvermittler, führen Schneidemann und Gräfer weiter aus und verweisen dann ebenfalls auf vergangene Provisionskürzungen: „Und allein in den letzten drei Jahren wurde die Höhe des Provisionswertes durch den Eingriff der Regulierung stark reduziert, während gleichzeitig der Aufwand für qualifizierte Beratung erheblich gestiegen ist. Wer solche Forderungen nach Kürzungen von Provisionen aufstellt, sollte sich selbst fragen, ob man selbst auf einen derartigen Gehaltsverzicht bereit wäre.“

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