Irreführung: Allianz muss Index Select-Werbung ändern

Versicherungen von Florian Burghardt

Im vergangenen Jahr hatte die Verbraucherzentrale Hamburg die Allianz verklagt. Die Vorwürfe lauteten auf irreführende Werbung für das Vorsorgekonzept Index Select. Nun liegt das schriftliche Urteil vor. Wie es weitergeht, lesen Sie hier.

Das Urteil dürfte die Allianz nicht freuen. Ob er mit wehenden Fahnen in Berufung zieht, will der Versicherer zeitnah entscheiden.

Das Urteil dürfte die Allianz nicht freuen. Ob er mit wehenden Fahnen in Berufung zieht, will der Versicherer zeitnah entscheiden. Bild: Allianz

Im Streit zwischen der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) und der Allianz Deutschland AG bezüglich dem Vorsorgekonzept Index Select liegt nun das schriftliche Urteil (Az. 37 O 12326/17) vor. Laut der noch nicht rechtskräftigen Entscheidung des Landgerichts München I hat es die Allianz zu unterlassen, ihr Produkt Index Select mit den folgenden Formulierungen wörtlich oder im Wesentlichen wortgleich zu bewerben:

  • „Beteiligung an der (Wert-)Entwicklung des EURO STOXX 50“
              
  • „Indexpartizipation“

Damit folgen die Richter im Wesentlichen den Klageforderungen der VZHH. In der Urteilsbegründung heißt es: „Zur Überzeugung der Kammer wird durch die an zahlreichen Stellen des Internetauftrittes hervorgehobene Aussage ‚Beteiligung an der Wertentwicklung des EUROSTOXX 50‘ sowie die Verwendung des Begriffs ‚Indexpartizipation‘ bei einem Großteil der Verbraucher den Eindruck erweckt, es erfolge eine zumindest mittelbare Anlage in Finanzprodukte, mit der die im Aktienindex gelisteten Werte abgebildet werden.“ Weiter kommen die Richter zu dem Schluss, dass die beanstandeten Begriffe irreführend verwendet werden.

Die Verbraucherschützer hatten den Versicherer verklagt, weil sie die Werbung für das Finanzprodukt als irreführend erachten und somit unlautere Wettbewerbsmethoden angewendet werden – procontra berichtete.

Allianz prüft mögliche Berufung

Bei der Allianz hat man wenig Verständnis für die Vorwürfe der VZHH. Das Vorsorgekonzept Index Select ist seit über 10 Jahren auf dem Markt, über 500.000 Kunden haben sich bislang dafür entschieden. Wie der Münchener Versicherer gestern mitteilte, sei die Online-Produktinformation im Sinne der Kunden verständlich und übersichtlich gestaltet.

Man wolle nun aber sorgfältig anhand der Urteilsbegründung prüfen, inwieweit das Münchener Landgericht der Verbraucherschützer-Kritik folgt und anschließend über eine mögliche Berufung entscheiden.

„Gerne hätten wir in einem konstruktiven Dialog mit der Verbraucherzentrale Hamburg deren Anmerkungen zur digitalen Kurzinformation zu IndexSelect besprochen. Dass es der Verbraucherzentrale nicht möglich war, an einer außergerichtlichen Lösung mitzuarbeiten, bedauern wir sehr“, erklärte Volker Priebe, Produktvorstand der Allianz Leben.

Seitens des Versicherers hatte man allerdings auch mehrfach betont, dass man die Kritik der Verbraucherschützer nicht nachvollziehen könne

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