GKV: Die Öffnung der Patientenakten

Versicherungen von Florian Burghardt

Die elektronische Patientenakte für die GKV wird kommen. Bis dahin liefert die Techniker Krankenkasse mit ihrer Gesundheitsakte einen Vorgeschmack. Zwei Studien belegen derweil, dass die Deutschen sich in Sachen Datenschutz langsam öffnen.

Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, sieht viele Vorteile in der elektronischen Gesundheitsakte.

Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, sieht viele Vorteile in der elektronischen Gesundheitsakte. Bild: Screenshot tk.de

Die Techniker Krankenkasse (TK) ist Deutschlands größte Krankenkasse mit rund 10,1 Millionen Versicherten. Ihnen soll nun nach und nach der Zugang zu ihren persönlichen Patientenakten ermöglicht werden. Dazu wurde in Zusammenarbeit mit dem IT- und Beratungsunternehmen IBM die elektronische Gesundheitsakte TK-Safe entwickelt. Details zu dem App-gesteuerten Datensatz stellte die TK heute in Berlin vor.

Passwortgeschützt finden die Versicherten über ihr Smartphone dann unter anderem genaue Auflistungen von Arztbesuchen, Diagnosen inklusive Berichten und Röntgenbildern sowie verschriebenen Medikamenten und was die Leistungen die Kasse jeweils gekostet haben. „Mit einem Knopfdruck sollen unsere Versicherten wissen, was wir über sie wissen“, so Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK.

Geringere Kosten für die Kassen

Im Laufe des Jahres soll diese Möglichkeit verschiedenen Kundengruppen Stück für Stück ermöglicht werden – sofern sie es wünschen. Auf genau zeitliche Meilensteine und personelle Zahlen wollte man sich seitens der Krankenkasse noch nicht festlegen. Die Teilnahme an dem Service soll auch langfristig freiwillig bleiben.

Neben der Transparenz für die Versicherten erhoffen sich die Macher noch weitere Vorteile aus der elektronischen Gesundheitsakte. Wenn Arzt B genau weiß, was vorher Arzt A gemacht hat, käme es zu weniger Fehldiagnosen und doppelten Leistungen. Zwar habe natürlich auch die Entwicklung des Projekts etwas gekostet und gegenüber IBM werde eine Nutzungspauschale für die Speicherung und den Schutz der Daten fällig. Allerdings sieht man seitens der TK keine Notwendigkeit, diese Investitionen beispielsweise über eine Erhöhung des Zusatzbeitrages wieder reinzuholen. Vielmehr erwartet sich die Kasse Kostensparpotenziale durch die Maßnahmen.

Damit es nicht zu Insellösungen kommt und am Ende jede Krankenkasse eine eigene technische Lösung anbietet, befinde man sich bereits in Gesprächen mit den anderen Marktteilnehmern. Innerhalb eines funktionierenden Systems solle es dann aber schon Wettbewerb geben, so Baas.

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