Generali-Pläne sorgen für schlechte Stimmung

Versicherungen Jahresrückblick Meistgeklickt von Florian Burghardt

Werden die Alt-Bestände der Generali Leben bald verkauft? Medienberichten zufolge sorgen die anhaltenden Überlegungen eines externen Run-offs für zunehmenden Missmut in der Belegschaft. Auch um das Image der Marke sorgt man sich.

Dem Anschein nach befürworten nicht alle Generali-Mitarbeiter die Leben-Verkaufspläne des Versicherers.

Dem Anschein nach befürworten nicht alle Generali-Mitarbeiter die Leben-Verkaufspläne des Versicherers. Bild: Generali

Die Zukunft des Generali Leben-Bestands bleibt ungewiss. Fest steht zwar, dass die rund vier Millionen garantiegebundenen Altverträge abgewickelt werden. Die Entscheidung, wer das tun wird, bleibt aber weiterhin offen. Beide Optionen – also die interne Abwicklung und der Verkauf an einen Spezialisten – werden weiterhin geprüft, erklärte ein Sprecher des Unternehmens Anfang März gegenüber procontra. Die endgültige Entscheidung wird in den nächsten Wochen erwartet.

Dass weiterhin über einen Bestandsverkauf nachgedacht wird, erzürnt nun anscheinend zunehmend die Generali-Belegschaft und ihre Mitarbeitervertreter. Das Handelsblatt schreibt heute von viel Unruhe im gesamten Konzern und beruft sich dabei auf Generali-Betriebsratsmitglieder. Einen von ihnen, Ulrich Effenberg, zitiert das Blatt in Bezug auf die Option Bestandsverkauf wie folgt: „Wir können uns maximal vorstellen, dass die Generali einen Minderheitsanteil abgibt.“ Die Bestände aus der Hand zu geben, würden die Mitarbeitervertreter aber für einen schweren Fehler halten, heißt es weiter.

Noch deutlicher sagt es, laut dem Handelsblatt, der stellvertretende Konzernbetriebsrat Daniel Schmidt: „Ein Verkauf der Altbestände würde die Marke Generali beschädigen, was auch das Neugeschäft mit Policen beeinträchtigen würde.“

Demonstrationen wie bei Ergo?

Schmidts Warnung erinnert an die Bestandsverkaufspläne der Ergo für ihre Töchter Ergo Leben und Victoria Leben. Die Düsseldorfer hatten ihre Verkaufsgespräche vergangenen Winter für beendet erklärt, nachdem sie dafür viel Kritik geerntet hatten und der begleitende Faktor „Image-Schaden“ an Bedeutung gewonnen hatte. Nicht zuletzt, weil sich über 5.000 Mitarbeiter per Online-Petition gegen den Verkauf ausgesprochen und offline dagegen demonstriert hatten. Ein Szenario, zu dem es dem Anschein nach auch bei der Generali nicht mehr viel fehlt.

Run-offs und Bestandsverkäufe werden derweil zum immer präsenteren Thema. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass die Standard Life ihr Lebensversicherungsgeschäft verkauft. Ganz aktuell übernimmt die Frankfurter Leben-Gruppe die Düsseldorfer Prudentia Pensionskasse AG. Erst Ende Januar hatte die Abwicklungsplattform den Kauf Pro bAV Pensionskasse AG des Axa Konzerns bekanntgegeben. Ina Kirchhof, CEO der Run-Off-Gesellschaft Athene Lebensversicherung AG, geht im procontra-Interview sogar davon aus, dass derzeit jeder dritte Lebensversicherer den Verkauf von Alt-Beständen prüft.

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