Frankfurter Leben setzt Einkaufstour fort

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Der Run-off-Spezialist kauft mit Prudentia bereits die zweite Pensionskasse in jüngster Zeit. In Zukunft könnten weitere Transaktionen folgen.

Die Frankfurter Leben soll in Zukunft auch für die Altersversorgung von C&A-Mitarbeitern zuständig sein.

Die Frankfurter Leben soll in Zukunft auch für die Altersversorgung von C&A-Mitarbeitern zuständig sein. Foto: Elpisterra/ Shutterstock.com

Die auf den Run-off von Versicherungsbeständen spezialisierte Frankfurter Leben-Gruppe setzt ihre Einkaufstour weiter fort: Nachdem das Unternehmen Ende Januar die Übernahme der Pro bAV Pensionskasse AG des Axa Konzerns verkündet hatte, folgt mit der Prudentia nun die nächste Pensionskasse.  

Die Düsseldorfer Prudentia Pensionskasse AG, die bis 2015 noch als Prudentia Lebensversicherung AG firmierte, erbringt betriebliche Altersersorgungsleistungen für die Cofra-Gruppe in Deutschland, zu der auch das Modeunternehmen C&A gehört. Insgesamt soll die Übernahme rund 50.000 Verträge und Kapitalanlagen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro umfassen. Noch steht der Kauf allerdings – genauso wie der der Pro bAV Pensionskasse – allerdings unter dem Zustimmungsvorbehalt der Finanzaufsicht BaFin.  

Für die Frankfurter Leben-Gruppe, die zu großen Teilen dem chinesischen Finanzinvestor Fosun gehört, ist es insgesamt die vierte Übernahme. Bereits in trockenen Tüchern sind dabei die Übernahmen der Lebensversicherungsbestände der Arag (322.000 Verträge) sowie der Basler Versicherung (120.000). Sollte die BaFin auch dem Kauf von Pro bAV und Prudentia zustimmen, käme die Frankfurter Leben-Gruppe insgesamt auf rund 700.000 Altersvorsorgeverträge und Kapitalanlagen in Höhe von zehn Milliarden Euro.   Die konkurrierenden Run-off-Anbieter Viridium (Übernahme der Bestände der Heidelberger Leben, Skandia Leben sowie Protektor Leben) bzw. Athene (Übernahme des Bestands von Delta Lloyd) liegen derweil bei einer Million bzw. 350.000 Verträgen.  

Diese Zahlen könnten in den kommenden Monaten deutlich steigen. Denn laut Aussagen der Run-off-Anbieter prüfen zahlreiche weitere Versicherer, Alt-Bestände abzugeben. Hervorgehoben werden kann hier aufgrund der Größe des Vertragsbestands sicherlich die Generali, die immer noch prüft, ob die vier Millionen garantiegebundenen Altverträge in den externen Run-off gegeben werden. Konkurrent Ergo hatte sich – auch nach zahlreichen Protesten – gegen einen externen Run-off entschieden und stattdessen beschlossen, zusammen mit IBM Deutschland eine eigene Abwicklungsplattform zu gründen.  

Die Verwaltung von Altbeständen ist für die Versicherer oftmals mit hohen Kosten verbunden. Die Prudentia Pensionskasse verbuchte beispielsweise im Geschäftsjahr 2016 einen Verlust in Höhe von 16,2 Millionen Euro. Die Run-off-Spezialisten versprechen mittels effizienter IT-Systeme Kosteneinsparungen, die an die Versicherungskunden weitergegeben werden sollen. „Die Bestandsverwaltung der Prudentia wird mit jener der Frankfurter Leben-Gruppe zusammengeführt, so dass die Prudentia von Synergieeffekten profitiert“ erklärte dann auch Anja van Riesen, Vorstand Operations und IT bei der Frankfurter Leben-Gruppe.

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