Elementarschutz: Über 10 Millionen unversicherte Risiken

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Absicherung von Wohngebäuden gegen Elementarschäden geht in Deutschland laut aktuellen Zahlen nur schleppend voran. Dabei ist der Schutz in vielen Fällen gar nicht teuer. Vermittler sollten das Thema aktiv ansprechen - auch aus Haftungsgründen.

Mehr als die Hälfte aller Wohngebäude in Deutschland sind weiterhin nicht gegen Überschwemmung versichert. Durch die Minderung der staatlichen Hilfen können solche Schäden für manche Menschen den Ruin bedeuten.

Mehr als die Hälfte aller Wohngebäude in Deutschland sind weiterhin nicht gegen Überschwemmung versichert. Durch die Minderung der staatlichen Hilfen können solche Schäden für manche Menschen den Ruin bedeuten. Bild: PublicDomainPictures/Pixabay

In Deutschland sind mehr Gebäude gegen Schäden durch Naturgefahren versichert als im Vorjahr. Hatte die durchschnittliche bundesweite Abdeckung mit Elementarschadenversicherungen im Jahr 2017 noch bei 40 Prozent gelegen, sind es laut der aktuellen Erhebung des GDV bereits 41 Prozent. Das Wachstum hat sich allerdings verlangsamt, nachdem es von 2016 auf 2017 um 3 Prozent gestiegen war.

Zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es weiterhin große Unterschiede, was die Erweiterung der Wohngebäudeversicherung um den Zusatzbaustein gegen Elementargefahren wie Starkregen oder Überschwemmung anbelangt. So ist die Abdeckungsquote in Baden-Württemberg mit unverändert 94 Prozent weiterhin am höchsten. Bis zum Jahr 1993 hatte dort allerdings auch eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden bestanden. Zum Vergleich: Am niedrigsten ist die Abdeckung weiterhin in Bremen (19 Prozent; Vorjahr: 17 Prozent).

Viel Potenzial für Vermittler

Beim Gesamtverband hält man die Abdeckungsquote in Deutschland weiterhin für zu gering. Wie der GDV mitteilt, befinden sich hierzulande 90 Prozent der 21,3 Millionen erfassten Gebäude in der ZÜRS-Gefahrenklasse 1 (GK1). Bei ihnen liegt der Jahresbeitrag für den Wohngebäude-Zusatzbaustein Elementarschutz zwischen 28 und 89 Euro, wie eine Auswertung von Check24 ergab.

„Insgesamt sind in Deutschland gut 99 Prozent der Gebäude problemlos gegen Überschwemmungen und Starkregen versicherbar. Auch die verbleibenden, besonders gefährdeten Häuser in der Gefahrenklasse 4 können fast alle mit Selbstbehalten oder nach individuellen baulichen Schutzmaßnahmen versichert werden“, erklärte bereits im Vorjahr eine GDV-Sprecherin gegenüber procontra.

Vermittler sollten das Thema Elementarschadenversicherung aktiv gegenüber ihren Kunden ansprechen. Nicht nur, weil Wetterexperten hierzulande eine Zunahme von Starkregenfällen erwarten. Sondern auch, weil Vermittler damit ihrer Sachwaltereigenschaft aktiv nachkommen und Fälle von Beratungshaftung vermieden werden können. Zudem werden die staatlichen Hilfen für die Opfer von Naturgefahren eingeschränkt, was die Notwendigkeit einer privaten Absicherung noch erhöht hat.

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