Drei Jahre "digitaler Angriff": Wie sich Clark transformiert

Berater von Michael Fiedler

Im Sommer 2015 begann der "digitale Angriff" durch FinTechs auf den Makler. Doch aus den Angreifern von einst sind längst ganz andere Unternehmen geworden, wie das Beispiel Clark zeigt.

Digitalisierung Transformation Clark Versicherungsvertrieb

Der Beginn als bestandsgierige Raupe... dann die Verpuppung im Kooperationsmantel... und schließlich die Neugeburt als...? Wie sich Clark transformiert. (Symbolbild) pixabay / 2331323

Im Sommer 2015 gab es für viele Versicherungsvermittler kein heißeres Thema Clark, Getsafe oder Knip, die sich anschickten, den Vertrieb von Versicherungsprodukten zu revolutionieren. procontra schrieb damals vom "digitalen Angriff auf den Makler" und auf der DKM 2015 wurden Makler um ihre Einschätzung der Bedrohung durch FinTechs gebeten.

Zwei Jahre später, 2017, hieß es vom Unternehmen, dass die App etwa 500.000 Mal heruntergeladen worden sei. Einen Rückschluss auf die tatsächlichen Anwender und aktiven Nutzer ließ diese Angabe allerdings nicht zu. Im April 2017 meldete Clark schließlich eine künftige Kooperation mit ING-DiBa, Deutschlands größter Direktbank. Für den Onlinemakler, der aus dem Hause Finleap stammt, bot sich damit die Möglichkeit, den eigenen Service den ING-DiBa-Kunden anzubieten.

Kooperation statt Konfrontation

Kooperation war auch im Oktober 2017 das Schlagwort als Friday, Bonify, Knip, Clark und Friendsurance verkündeten, künftig gemeinsam weitere Marktanteile hinzugewinnen zu wollen.
Dieses Zusammen war auch einem verschärften Wettbewerb geschuldet. Die Versicherer zogen inzwischen mit eigenen Start-Up-Ausgründungen nach und engagierten sich in InsurHubs/InsurLabs.

Das Jahr 2018 begann für Clark - in Schlagzeilen gemessen - negativ. Der Onlinemakler verwendete unzulässige Klauseln und wurde von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erfolgreich abgemahnt. Ein Rückschlag für das ambitionierte Unternehmen, könnte man meinen. Doch Clark hat sich wieder ein Stück neuerfunden bleibt aber der eigenen Rhetorik treu: "Wir wollen zur zentralen Plattform für Versicherungen in Europa werden", lässt sich Dr. Christopher Oster, CEO von Clark, in einer Meldung zitieren.
Möglich werden soll das durch eine Whitelabel-Version der Clark-App und -Webseite, die das Unternehmen Versicherern und Banken nun anbietet. "Unser Ziel ist es, dass bis Ende 2019 über eine Milliarde Euro Vertragsvolumen über unsere digitale Versicherungsplattform gemanagt werden", so Oster im gewohnten Thinkbig-Style der Startup-Szene.

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