Umgehen die Lebensversicherer ihre LVRG-Pflichten?

Versicherungen von Florian Burghardt

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat bereits auf die Kritik reagiert. Demnach würden „die Lasten des Niedrigzinsumfeldes fair zwischen Versicherten und Versicherern geteilt“. Beispielsweise hätten die Unternehmen im Zeitraum von 2011 bis 2016 durch Garantiezins, Rohüberschuss und ZZR insgesamt rund 256 Milliarden Euro erwirtschaftet. Wie man seitens des GDV betont, gingen davon 96,3 Prozent an die Versicherten (rund 246 Milliarden Euro) und 3,7 Prozent an die Unternehmen (9,5 Milliarden Euro).

Zudem sei Schicks Kritik an den Gewinnabführungsverträgen unbegründet. „Denn ein großer Teil der abgeführten Gewinne fließt als Eigenkapital zurück in die Lebensversicherungsunternehmen und stärkt damit die Risikotragfähigkeit der Unternehmen“, heißt es im GDV-Statement. Auf diesem Wege hätten die Lebensversicherer im Zeitraum von 2011 bis 2016 rund 3,7 Milliarden Euro an zusätzlichem Eigenkapital aufgebaut. Weiter heißt es: „Die Kunden profitieren davon unmittelbar – ihre Leistungsansprüche sind in einem unverändert herausfordernden Niedrigzinsumfeld dauerhaft gesichert.“

Außerdem sei der behauptete Zusammenhang zwischen der Einführung der LVRG-Ausschüttungssperre und einer Zunahme der Gewinnabführungen zu deren Umgehung nicht haltbar. Dies begründet der GDV damit, dass die Gewinnabführung im Jahr 2014 – nach der Einführung des LVRG – nur um rund 10 Prozent über denen des Jahres 2013 lagen. Der Blick auf die BMF-Zahlen zeigt, dass es vor allem von 2012 auf 2013 einen enormen Sprung gab (von 353 auf 917 Millionen Euro). Es sei jedoch auch angemerkt, dass der Trend bei den Gewinnabführungen weiter nach oben zeigt, während das Jahresergebnis der deutschen Lebensversicherer weiter sinkt.

Seite 1: GRÜNE kritisieren LV-Praktiken
Seite 2: Das sagt der GDV