Privatanleger zittern: Insolvenzverfahren für P&R-Containerschiffe eröffnet

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Die P&R-Pleite könnte zu Deutschlands größtem Anlage-Skandal mutieren. Dagegen wären S&K, Prokon oder Infinus nur „Peanuts“.

Symbolbild: Containerschiffe dreier P&R-Gesellschaften in Nöten

Symbolbild: Containerschiffe dreier P&R-Gesellschaften in Nöten

Laut mehrerer übereinstimmender Medienberichten zufolge, hat das Amtsgericht München das Insolvenzverfahren über drei Containergesellschaften der P&R-Gruppe eröffnet. Konkret handele es sich um die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie die P&R Container Leasing GmbH. Betroffen wären demnach rund 51.000 Anleger und Investoren.

 

Größte Anlage-Skandal Deutschlands?

Im ersten Eindruck überrascht die Einordnung, die P&R-Pleite käme dem größten Anlage-Skandal in Deutschland gleich. Zu dieser Aussage ließ sich beispielsweise Gerhard Schick, Finanzpolitscher Sprecher der Grünen, hinreißen. Ist doch die P&R-Gruppe weitestgehend unbekannt und nach den Skandalen um S&K, Prokon oder Infinus dachte man „es ginge nicht schlimmer“.

Doch beim Traditionsunternehmen P&R (gegründet 1975) bzw. bei den drei Container-Direktinvestments stehen Anlegergelder von rund 3,5 Milliarden! Euro im Feuer. Bei Prokon waren es „nur“ rund 1,4 Milliarden und die geschätzten 240 Millionen Euro Schaden, die die S&K-Gründer Jonas K und Stephan Sch. verursachten, erscheinen verschwindend gering im Vergleich. Die Pleite der Magellan-Flotte im Jahr 2016, ebenfalls im Container-Direktinvestment, wurde auf 350 Millionen Euro beziffert.

Anlegern sollten Ruhe bewahren

Als vorläufige Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Dr. Philip Heinke und Dr. Michael Jaffé, Rechtsanwälte der Kanzlei Jaffé aus München. In einer ersten Stellungnahme beschreibt die Kanzlei das kurzfristige Vorgehen: „Neben der Bestandsaufnahme hat für uns Priorität, die erheblichen Mittelzuflüsse aus der fortlaufenden Container-Vermietung für die Anleger und Gläubiger der insolventen Gesellschaften zu sichern.“ Aus diesem Grund solle auch der Betrieb der Gesellschaften weltweit fortgeführt werden, um Einnahmen zu erzielen.

„Wir haben Verständnis für die schwierige Lage der Anleger, bitten aber zugleich darum Ruhe zu bewahren. Eine eigene Verwertung der Container durch die Anleger macht wirtschaftlich keinen Sinn, schon weil mit den Containern langfristige Mieteinnahmen erzielt werden sollen. Aufgrund der Vielzahl von Containern bräuchte man viel Zeit für die Verwertung und will von Notverkäufen absehen: „Ein Notverkauf der Container – wenn ein solcher überhaupt möglich wäre - würde erhebliche Werte vernichten“, meint Heinke.

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