Nachwuchssorgen: Mangel an Talenten wird gefährlich

Versicherungen von Michael Fiedler

Versicherungen wollen den digitalen Wandel in der Branche selbst gestalten. Doch woher sollen die dringend benötigten Fachkräfte für die digitale Herausforderung kommen? Nicht die einzige Sorge von Assekuranz-Führungskräften, wie der "CEO Survey" von PwC zeigt.

Nachwuchsmangel Digitalisierung Fachkräfte Assekuranz

Ein leeres Klassenzimmer - passendes Symbolbild für fehlende Nachwuchskräfte in der Versicherungsbranche. pixabay / weisanjiang

Die Digitalisierung in der Versicherungsbranche beschäftigt zu einem Großteil auch die Personalabteilungen. Zum einen sorgen vereinfachte Prozesse bei der Datenerhebung und -verarbeitung für einen historischen Tiefstand bei den Beschäftigten im Innendienst. Zum anderen fehlen Fachkräfte - besonders im IT-Bereich. Und das in einem "gefährlichen Ausmaß" wie der "Global CEO Survey" (Englisch) der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zeigt. Demnach beobachten 81 Prozent der befragten CEOs einen gefährlichen Mangel an digitalen Talenten in der Branche. Für das eigene Unternehmen sind die Zahlen noch schlechter. 86 Prozent nehmen im eigenen Unternehmen einen solchen Mangel an Fachkräften im IT-Bereich wahr. Dass ein entsprechender Digitalexperte in jedem Fall gefunden wird, glaubt nur jeder fünfte Vorstandschef.

Gute Zeiten für Bewerber

Wer als solcher Digitalexperte gilt, hat also gute Karten in der Assekuranz und kann sich deren Verunsicherung in Sachen Digitalisierung zu Nutze machen. Denn 82 Prozent der befragten Versicherungs-CEOs bezeichnen die technologischen Änderungen als "disruptiv" für ihr eigenes Geschäftsmodell. Damit liegen die Versicherungs-CEOs deutlich über dem Durchschnitt aller Branchen (68 Prozent). Gleiches lässt sich auch über die Geschwindigkeit der Veränderungen sagen. Diese wird von der Assekuranz als "besorgniserregend" wahrgenommen. 51 Prozent der Versicherungs-CEOs sehen die Geschwindigkeit als "äußerst besorgniserregend"; industrieübergreifend sind es 38 Prozent.

Assekuranz: Sorge vor Cyber-Attacken

In Sachen Cyber-Angriffen scheint die Versicherungsbranche sensibler als andere Segmente der Wirtschaft. So ist die Sorge vor drohenden Cyber-Attacken unter CEOs von Versicherern (53 Prozent) wesentlich weiterverbreitet als in anderen Branchen. Industrieübergreifend beträgt dieser Wert nur 40 Prozent.

Verschärft sich der Wettbewerb in Deutschland?

Trotz der als zu rasant empfundenen Änderungen, auf die sich die Branche nur schlecht vorbereitet sieht (zumindest in Personalfragen), gibt sich knapp die Hälfte der Befragten Versicherungsmanager zuversichtlich und erwartet Wachstum.
Dieses Wachstum könnte über Kooperationen mit InsurTechs erreicht werden. So planen laut PwC-Erhebung etwa 49 Prozent der Versicherer, in den nächsten 12 Monaten eine solche "strategische Allianz" einzugehen.
Gefragt nach den wichtigsten Zielmärkten in diesem Jahr nannten die Versicherer USA (35 Prozent) vor Deutschland (25 Prozent) und China (19 Prozent). Das, so PwC, könnte darauf hindeuten, dass sich der Konkurrenzkampf in Deutschland verschärft.

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