Ergo übertrifft Gewinnziel

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Bei der Munich Re freut man sich über die Ergebnisse der Erstversicherungstochter Ergo. Diese macht nicht nur endlich wieder Gewinn, sondern übertraf im Geschäftsjahr 2017 sogar die Erwartungen. Der Rückversicherer blieb indes weit hinter diesen zurück.

Markus Rieß (links, Ergo) und Torsten Jeworrek (r, Munich Re) auf der Bilanzpressekonferenz von Munich Re am 15.03.2018.

Markus Rieß (links, Ergo) und Torsten Jeworrek (r, Munich Re) auf der Bilanzpressekonferenz von Munich Re am 15.03.2018. Bild: picture alliance / Lino Mirgeler/dpa

Eigentlich sind Eltern ja immer stolz auf ihre Kinder. Die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2017 von Erstversicherungstochter Ergo dürften bei der Konzernmutter Munich Re aber für besondere Freude gesorgt haben. Die Düsseldorfer brachten es auf einen Gewinn von 273 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2016 hatte an dieser Stelle noch ein Verlust von 40 Millionen Euro gestanden.

Seit 2016 wird die Ergo Group großflächig umgebaut – inklusive Stellenabbau und Leben-Run-off. Auf der gemeinsamen Bilanzpressekonferenz mit der Munich Re sagte Ergo-Vorstandschef Markus Rieß heute: „Richtung und Geschwindigkeit des Strategieprogramms stimmen. Dies macht mich zuversichtlich für die noch vor uns liegenden Aufgaben.“ Dies erscheint auch notwendig. Schließlich hatte Munich Re-Chef Joachim Wenning im Sommer angekündigt, dass Ergo nach zuletzt mehreren schwachen Jahren bald „liefern“ werde.

Ergo liefert

Das angepeilte Gewinnziel von 200 bis 250 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2017 hat Ergo damit übertroffen. Die Bruttobeitragseinnahmen stiegen dabei nur leicht um 0,9 Prozent von 17,388 Milliarden auf 17,546 Milliarden Euro. Dabei verzeichneten gegenüber dem Jahr 2016 alle Bereiche einen Prämienzuwachs:

  • Leben/Gesundheit Deutschland von 9,177 Mrd. Euro auf 9,210 Mrd. Euro
               
  • Schaden/Unfall Deutschland von 3,194 Mrd. Euro auf 3,293 Mrd. Euro
                  
  • Internationales Geschäft von 5,018 Mrd. Euro auf 5,043 Mrd. Euro

Als ursächlich für das gute Jahresergebnis nennt das Unternehmen ein deutlich verbessertes versicherungstechnisches Ergebnis im In- und Ausland. In Deutschland stand am Ende eine Schaden-Kosten-Quote in Schaden/Unfall von 97,5 Prozent (2016: 97 Prozent). International gab es eine deutliche Verbesserung auf 95,3 Prozent (2016: 98 Prozent). Für das laufende Jahr lautet das Gewinnziel auf 250 bis 300 Millionen Euro. Nach Abschluss des Ergo-Umbaus soll der Erstversicherer mehr als 500 Millionen Euro jährlichen Gewinn vorweisen.

Munich Re mit schwachem Jahr

Diese Hürde hat Konzernmutter Munich Re im Geschäftsjahr 2017 übrigens nicht genommen. Nach einem Gewinn von fast 2,6 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2016 stehen diesmal nur 392 Millionen Euro zu Buche. Das Ziel hatte ursprünglich bei 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro gelegen. Der Gewinneinbruch wird mit den in 2017 außergewöhnlich hohen Belastungen durch Naturkatastrophen begründet.

Für das laufende Jahr gibt sich Munich Re aber schon wieder optimistisch. Vorbehaltlich des Großschadenverlaufs wird ein Konzernergebnis zwischen 2,1 und 2,5 Milliarden Euro anvisiert.

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