Direktvertrieb: BaFin nimmt Versicherer in die Pflicht

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin sieht die Verantwortung für einen IDD-konformen Direktvertrieb bei den Versicherern. Zusammenarbeits-Verbote werde sie trotzdem aussprechen. Diese könnten viele Mitarbeiter betreffen.

Eine Vorabkontrolle durch die BaFin wird es für die Qualifikation der Mitarbeiter im Direktvertrieb nicht geben.

Eine Vorabkontrolle durch die BaFin wird es für die Qualifikation der Mitarbeiter im Direktvertrieb nicht geben. Bild: BaFin

Die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin wagt sich in Sachen IDD-Anwendung ein wenig aus der Deckung. In der letzten März-Ausgabe ihres BaFin-Journals machte sie eine Aussage zur künftigen Beaufsichtigung des Direktvertriebs.

Demnach sieht die Aufsicht die Versicherer in der Pflicht, wenn es um die Prüfung der angemessenen Qualifikation und Zuverlässigkeit der angestellten Mitarbeiter im Direktvertrieb geht. „Die Versicherer müssen also – wie schon bei den gebundenen Vermittlern – zunächst selbst prüfen, ob die gewerberechtlichen Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit mit den Angestellten vorliegen. Eine Vorabkontrolle durch die BaFin wird es hier nicht geben“, schreibt Olaf Temmen vom BaFin-Referat für Vertriebssteuerung und Vergütungssysteme bei Versicherungsunternehmen.

Die Aufsicht werde aber entsprechende Prozessabläufe prüfen und die Zusammenarbeit mit bestimmten Vermittlern im Einzelfall auch untersagen, heißt es weiter.

Es könnte (fast) jeden treffen

Wer dann alles ins Visier der Aufsichtsbehörde geraten könnte, darüber ist sich die BaFin selbst noch nicht ganz im Klaren. Bekanntermaßen herrscht auch unter den freien Vermittlern Unsicherheit darüber, wer zum Beispiel alles von den IDD-Weiterbildungspflichten betroffen ist. Die Definition der Beschäftigten im Versicherungsvertrieb ist sehr weit gefasst (Versicherungsvertriebsrichtlinie, Artikel 2, Absatz 1 Nr. 1):

Demnach könnten – so formuliert es die BaFin in ihrem Journal – die neuen Vorschriften auch für Angestellte in einem Kundencenter gelten, wenn sie etwa auf eine telefonische Anfrage hin den Versicherungsschutz eines Kunden erweitern.

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