Diese Immobilienfonds machten die größten Verluste

Investmentfonds Top News Meistgeklickt Jahresrückblick von Martin Thaler

Ebenfalls Faktor für die Verlusthöhe waren die unterschiedlichen Kreditquoten der Fonds, also der Anteil des eingesetzten Fremdkapitals. So betrugen bei einer Kreditquote über 35 Prozent die durchschnittlichen Verluste der Fonds 31,7 Prozent. Lag der Fremdkapitalanteil indes unter 35 Prozent, wurden im Durchschnitt nur Verluste in Höhe von 9,5 Prozent verzeichnet, wie Scope vorrechnet.  

So hätten vor allem zum damaligen Zeitpunkt junge, ambitionierte Fonds hohe Kreditquote aufgewiesen. In Kombination mit genannter Hochpreisphase kamen somit hohe Verluste zustande.  

Auch das Immobilienportfolio bzw. dessen Qualität spielte eine entscheidende Rolle für die spätere Wertentwicklung der Fonds. Hatten die Fonds Immobilien in ihrem Bestand, die hohe Vermietungsquoten aufwiesen, erregten sie damit auch ein höheres Interesse seitens potenzieller Käufer. Je niedriger der Leerstand, desto geringer fielen folglich auch die Wertverluste aus, ermittelten die Scope-Analysten.  

Zudem konnten diese feststellen, dass auch die Größe des Objekts von entscheidender Bedeutung für die Wertentwicklung war. So verloren kleinere Objekte, die ein Volumen von weniger als 25 Millionen Euro aufwiesen, im Schnitt knapp ein Viertel ihres Wertes. Große Objekte – hierzu werden Immobilien ab 200 Millionen Euro gerechnet – konnten derweil sogar Wertzuwächse in Höhe von 1,5 Prozent verbuchen. Wenn diese dann noch in Großbritannien lagen, war das für die Anleger doppelt gut – denn britische Immobilien verzeichneten die beste Wertentwicklung (+ 2,3 Prozent). Immobilien in Italien (- 24,5 Prozent), den Niederlanden (- 30,9) und Japan (- 36,3) waren indes weit weniger bei Investoren beliebt.  

Was bringt die Zukunft?

Betroffen war hiervon insbesondere der Fonds „Morgan Stanley P2 Value“, der gleich 14 Objekte in Japan besaß und diese mittlerweile vollständig bei einem Wertverlust von 57,1 Prozent veräußert hat. Vom positiven britischen Markt konnten indes vor allem der „KanAm grundinvest“ sowie der „SEB ImmoPortfolio Target Return“ profitieren.  

Und in Zukunft? Noch immer haben die meisten der Fonds in Abwicklung ihr Portfolio nicht vollständig veräußert, nur bei sieben von 18 ist dies der Fall. Bei neun Fonds liegt die Zahl der im Portfolio verbleibenden Objekte im einstelligen Bereich. Die beiden Fondsschwergewichte „CS Euroreal“ (Immobilienvermögen: 765,2 Millionen Euro) und „SEB ImmoInvest“ (633,7) haben indes noch einige Immobilien in den Büchern.  

Weitere Verluste seien bei beiden Fonds wahrscheinlich, schlussfolgern die Scope-Analysten bei Blick auf die verbleibenden Bestandsimmobilien. So liege bei „CS Euroreal“ der aktuelle Verkehrswert (Stand: 31. Dezember 2017) 26 Prozent unter dem Wert bei Auflösungsbekanntgabe – bei „SEB ImmoInvest“ liegt der Wertverlust derweil bei minus 15 Prozent.

Hinweis: Einen Vortrag von Andreas Kick (Institut für Vorsorge und Finanzplanung) zum Thema Fondswissen und was Makler über die richtige Beratung wissen müssen, finden Sie auf der Online-Messe profino.

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