Cyber: Das kostet ein Datenverlust

Cyber-Schutz Gewerbe Themenseite von Alexander Meurer

Wenn durch einen Hackerangriff oder Schadsoftware Daten verloren gehen, kann das für das betroffene Unternehmen ins Geld gehen. Wir zeigen, wie teuer es werden kann.

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Cyberangriff: Lektion gelernt? Gilt nicht für alle KMU. Bild: www_slon_pics/ pixabay

Das Thema Cyberkriminalität ist zwar allgegenwärtig, doch scheint in den mittelständischen Unternehmen nach wie vor eine Diskrepanz zwischen dem allgemein wahrgenommenen Bedrohungspotenzial und der eigenen Risikolage vorzuherrschen. Das geht aus der letztjährigen Studie zur IT-Sicherheit von PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor. Doch kürzlich wurden mit dem „Hiscox Cyber Readiness Report 2018“ besorgniserregende Zahlen veröffentlicht, die die zögerliche Umsetzung von digitalen Schutzmaßnahmen in Unternehmen deutlich beschleunigen sollten:

46.000 Euro Schaden musste ein einzelnes deutsches Mittelstandsunternehmen in den letzten 12 Monaten durchschnittlich hinnehmen. Die jährlichen Gesamtschäden, die die Wirtschaft durch Cyberangriffe erleidet, belaufen sich auf gigantische 55 Milliarden Euro. Zu den größten Risiken zählen dabei nicht nur Vermögensschäden, sondern auch längerfristige Betriebsunterbrechungen, die unter Umständen hohe Folgekosten nach sich ziehen.

Deutsche Unternehmen sind Cybermuffel

Dabei handelt es sich längst nicht mehr um Ausnahmefälle: Fast die Hälfte aller deutschen Unternehmen hat 2017 mindestens einen Cyber-Angriff erlebt. Lektion gelernt? Gilt nicht für alle: Weniger als die Hälfte der Betroffenen haben nach einem Cyber-Zwischenfall etwas an ihrer Sicherheits-Struktur verändert. Kein Wunder, dass der Großteil deutscher klein- und mittelständischer Unternehmen (KMU) als „Cyber-Anfänger“ gilt. 

Kaum zu glauben, dass bei dieser Faktenlage im Schnitt weniger als 10 Prozent des gesamten IT-Budgets für Cyber-Sicherheit verwendet werden. Dabei tragen kleine und mittelständische Unternehmen landesweit eine große Verantwortung: Sie erwirtschafteten 2015 mehr als ein Drittel des gesamten Umsatzes hiesiger Unternehmen und beschäftigen mehr als die Hälfte aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer.

Damit bilden KMU das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, was mit bestimmten Pflichten einhergeht: Nicht umsonst hat der Gesetzgeber 2015 das IT-Sicherheitsgesetz (IT-SiG) verabschiedet, das erstmals bundesweit einheitliche Richtlinien zur Datensicherheit bündelt. Betreiber „Kritischer Infrastrukturen“ (KRITIS) sind seit Juni 2017 dazu verpflichtet, die entsprechenden Vorgaben einzuhalten. Dazu gehören unter anderem Betreiber aus dem Bereich Energie, Telekommunikation, Wasser und Ernährung.

Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass der Hype um die digitale Sicherheit auf profunden Tatsachen fußt und es sich dabei nicht etwa um eine Panikmache der Versicherer handelt. Letztere bieten immer mehr einschlägige Produkte an, die auch Leistungsbausteine wie Prävention oder Rechtsberatung beinhalten. 

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