bAV stockt durch Unwissen und sparsame Mitarbeiter

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Dabei trägt anscheinend eben dieser Wertschätzungs-Aspekt der bAV großes Potenzial. „Die bAV als Zusatzleistung wird künftig ein immer wichtigerer Faktor für die Mitarbeitergewinnung und -bindung werden“, erklärt Wilhelm-Friedrich Puschinski, Leiter General Consulting bei Willis Towers Watson. Das weltweit aktive Beratungsunternehmen hat dieser Tage ebenfalls eine Studie veröffentlicht, für die 200 Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern und einem Umsatz von mindestens 50 Millionen Euro analysiert wurden. Betrachtet wurden dabei insgesamt 332 arbeitgeber- oder mischfinanzierten Versorgungszusagen.

Demnach ist in 45 Prozent der Unternehmen die Eigenbeteiligung des Mitarbeiters eine Voraussetzung für arbeitgeberfinanzierte Beiträge zur bAV. In diesen sogenannten Matching-Modellen ist die Höhe der Arbeitgeberbeiträge ganz oder teilweise an die Eigenbeteiligung des Mitarbeiters gekoppelt. In 39 Prozent der untersuchten Unternehmen gibt es ein moderateres Matching-Modell. Dieses sieht einen festen Grundbeitrag durch den Arbeitgeber vor, der erhöht wird, wenn sich der Mitarbeiter zu einer Entgeltumwandlung entschließt.

Mitarbeiter sollten selbst mehr einzahlen

Die Eigenbeteiligung der Arbeitnehmer sei auch der entscheidende Hebel, um die Versorgungslücke der Deutschen zu verringern und dem gesellschaftspolitischen Anspruch der bAV als zweite Säule der Alterssicherung in vollem Umfang gerecht zu werden, so die Studienautoren. Denn der Effekt der Betriebsrente sei aktuell noch gering. Laut der Untersuchung macht sie für einen Angestellten mit Tarifgehalt nach einer 42-jährigen Dienstzeit eine Altersleistung in Höhe von im Median 4,6 Prozent des letzten Grundgehalts aus.

Als eine Lösung zur stärkeren Arbeitnehmerbeteiligung werden Opting-out-Modelle genannt, bei denen der Arbeitnehmer automatisch an einem Programm zur Entgeltumwandlung teilnimmt, wenn er nicht explizit widerspricht.

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