bAV: Das bringen 1.000 Euro im Jahr

Berater Meistgeklickt von Michael Fiedler

Wie hoch ist der Betrag, auf den Arbeitgeber und -nehmer verzichten würden, um in eine Betriebsrente zu investieren? Und wie wirkt sich ein frühzeitiger Beginn der zusätzlichen Vorsorge aus? Eine aktuelle Studie liefert dazu Antworten.

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Was wäre, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer 500 Euro jährlich in bAV investieren? Die Bereitschaft dazu ist da. Bild: pixabay / martaposemuckel

Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) will die Politik die Verbreitung von betrieblicher Altersversorgung (bAV) stärken. Welche Chancen sich für den Vertrieb mit dem BRSG verbinden, erläuterte Dr. Björn Achter (Axa) auf der profino. Doch soll das gelingen, braucht es auch die Bereitschaft von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Ob diese vorhanden ist und wie viel den Deutschen eine Betriebsrente wert ist, untersuchte eine aktuelle Studie von Aon Hewitt. Für die repräsentative Umfrage wurden die Antworten von Mitarbeitern und Managern kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) mit bis zu 250 Mitarbeitern ausgewertet.

Den Ergebnissen zufolge, würde eine Mehrheit (48,6 Prozent) der Arbeitnehmer auf 500 Euro pro Jahr Konsumausgaben verzichten, um diesen Betrag in betriebliche Altersversorgung (bAV) zu investieren. Knapp 26 Prozent der Arbeitnehmer wären sogar bereit, höhere Zuzahlungen zu leisten (siehe Grafik). Doch fast genauso groß ist der Anteil derjenigen, die gar nicht bereit sind, für bAV den eigenen Konsum einzuschränken (25,1 Prozent).

Bei den Arbeitgebern ist der Anteil der "Totalverweigerer" etwas höher. 33,4 Prozent gaben an, überhaupt nicht zugunsten der bAV ihrer Mitarbeiter auf Profit verzichten zu wollen. Insgesamt sind allerdings zwei Drittel der Arbeitgeber bereit, zusätzliche Zahlungen zu leisten. Die Mehrheit davon (41,7 Prozent) wäre bereit, 500 Euro pro Jahr zu zahlen.

Würden Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils 500 Euro bAV-Zahlungen leisten, sei eine merkbare Aufstockung der gesetzlichen Rente möglich, so Aon Hewitt. Um die Effekte eines zeitigen Einstiegs in die bAV zu verdeutlichen, hat Aon eine Modellrechnung angestrengt, die auf konservativer Anlagestrategie beruht. Demnach würde ein Arbeitnehmer, der mit 20 Jahren beginnt einzuzahlen, eine Zusatzrenten in Höhe von 315 Euro bekommen (siehe Grafik).



Zur Studie
Vom 27. November bis 5. Dezember 2017 wurde eine Online-Befragung von rund fünf Minuten Dauer mit folgenden Zielgruppenkriterien durchgeführt:
Arbeitnehmer: repräsentative Befragung von 1.000 sozialversicherungspflichtigen Angestellten in Deutschland zwischen 18 und 65 Jahren, quotiert nach Alter, Geschlecht und Region; darunter eine ausreichend hohe Zahl von Arbeitnehmern kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU).
Arbeitgeber: Befragung von 500 Arbeitgebern (GF, Vorstand und Gesellschafter) aus KMU mit bis 250 Beschäftigten.¬
Vom 5. bis 9. Februar 2018 wurde dann in einer zweiten Befragung mit demselben Zielgruppenprofil mit einer Zusatzfrage die konkrete Bereitschaft der Befragten zur Investition eigener Mittel in die betriebliche Altersversorgung erhoben

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