Schadenersatz: Hahnangriff mit bösen Folgen

Berater Recht & Haftung von Martin Thaler

Warum Tierhalter auf jeden Fall über eine Haftpflichtversicherung verfügen sollten, machte nun erneut ein Fall vor Gericht deutlich. Es ging um den Angriff eines Hahns, der für einen Bauarbeiter schwerwiegende Folgen bedeutete.

Der Angriff eines Hahns hatte für einen Arbeiter böse Folgen.

Der Angriff eines Hahns hatte für einen Arbeiter böse Folgen. Foto: TheDigitalArtist - Pixabay.de

Klein, aber nicht ungefährlich – diese Erfahrung musste ein 53-jähriger Bauaufseher bei einer Begegnung mit einem Hahn machen. Die Folgen für den Mann waren gravierend – vor Gericht ging es daraufhin um das Thema Schadenersatz.  

Was war passiert?  

Ein Ehepaar aus dem bayrischen Egmating war im Besitz eines Hahns. Dieser genoss auf dem Grundstück des Ehepaars Bewegungsfreiheit. Eine Tatsache, die einem Bauaufseher einer nahe gelegenen Baustelle im Sommer 2013 zum Verhängnis werden sollte. Der Hahn griff den Bauaufseher an, dieser wich zurück und stolperte über die Straßenkante. Beim nachfolgenden Sturz brach er sich einen Lendenwirbel.  

Die Folgen waren für den Mann gravierend: Nicht nur musste zahlreiche Woche in Krankenhaus und Reha verbringen, auch beruflich hatte der Vorfall Einschnitte für ihn zur Folge. So musste er sich aufgrund der weiter anhaltenden Schmerzen in den Innendienst versetzen lassen sowie auch seine Arbeitszeit reduzieren. Auch gab der Mann an, nicht mehr über einen längeren Zeitraum sitzen zu können geschweige denn einen Bierkasten anheben zu können.   

Hierfür verlangte der Mann nun Schadenersatz sowie Schmerzensgeld von dem Ehepaar bzw. dessen Haftpflichtversicherung.  

Vor Gericht  

Das Landgericht München hatte dem Mann bereits 10.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Dieses wurde vom Oberlandesgericht München auch unangetastet gelassen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Dieses hatte aber auch über die zukünftigen Ansprüche des Mannes zu entscheiden. Da eine genaue Berechnung dieser schwierig gewesen war, kalkulierte das Gericht diese grob auf 25.000 bis 30.000 Euro.

Man einigte sich schließlich per Vergleich auf die goldene Mitte, so dass am Ende eine Gesamtsumme von 37.500 Euro von den Hühnerhaltern bzw. dessen Haftpflichtversicherung an den Geschädigten zu zahlen war.  

Die Versicherung hat noch bis 21. Februar dieses Jahres Zeit, den erzielten Vergleich zu widerrufen.  

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