Betriebliche Altersversorgung: KVdR-Beitrag abschaffen!

Berater Jahresrückblick Meistgeklickt von Michael Fiedler

Pflichtzuschuss gilt auch für alte Zusagen

Der Pflichtzuschuss des Arbeitgebers im Sozialpartnermodell, der seit Jahresbeginn für Neuverträge gilt, greift ab 2022 auch für bestehende Zusagen. "Die Arbeitgeber müssen also entsprechend überprüfen, ob ihre Zusagen der neuen Zuschusspflicht genügen", erläutert Sascha Holstein. "Das betrifft nahezu alle bestehenden Versorgungen über Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds."
Der Pflichtzuschuss sei ein guter Anlass, um grundsätzlich mit Inhabern oder Personalverantwortlichen über das Thema bAV zu sprechen, zeigt sich Holstein überzeugt.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Voraussetzung für den Pflichtzuschuss ist, dass der Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung des Mitarbeiters Abgaben zur Sozialversicherung spart. Nur dann muss er den Zuschuss von 15 Prozent des Sparbeitrages zahlen.
  • Die Regelung gilt nur für Mitarbeiter, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind.
  • Bei alten Zusagen kann der Zuschuss in den gleichen Vertrag fließen. Falls das die tariflichen Vorgaben nicht zulassen, ist auch eine neue Police möglich.
  • Auch Betriebe, die bereits freiwillig einen Zuschuss zahlen, sollten ihre Zusagen prüfen.
  • In der bisherigen Vereinbarung zur Entgeltumwandlung sind alle Änderungen zu übernehmen und zu dokumentieren.
  • Der Arbeitnehmer muss mit allen Änderungen einverstanden sein.

Wachstumsmarkt bAV wird neu verteilt

Um Vermittler beim bAV-Geschäft zu unterstützen, setzen Versicherer auf onlinegestützte Beratungshilfen. So hat die Continentale bAV-Praxistipps, Mailings zur Kundenansprache und Hinweise auf mögliche Fallstricke zusammengestellt.
Ähnlich geht Signal Iduna vor. Gemeinsam mit xbAV wurde ein Verwaltungstool entwickelt, womit die häufigsten Verwaltungsvorgänge, wie Namens-, Adress- und Beitragsänderungen sowie Meldungen von Krankheit und Elternzeit ihrer Mitarbeiter, vom Arbeitgeber selbst vorgenommen oder einem Vermittler/Dienstleister übertragen werden können. Damit werde der hohe bürokratische Aufwand in den Betrieben und beim Versicherer erheblich reduziert und ein zentrales Hemmnis für die Einführung einer bAV beseitigt, so Signal Iduna. "Der Wachstumsmarkt bAV wird neu verteilt. Mit einem durchgehend digitalen Prozess von der Beratung, über den Vertragsabschluss bis zur Verwaltung der Verträge durch den Arbeitgeber können wir kompetente und effiziente Lösungen in allen Bereichen der betrieblichen Altersversorgung bieten", sagt Clemens Vatter, Konzernvorstand und zuständig für die Lebensversicherung bei Signal. Der Versicherer will zu Jahresbeginn den Schwerpunkt in der Lebensversicherung auf die neue Förderrente für Geringverdiener (Betriebsrente+) legen.

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