"Wir sind keine willenlosen Lemminge"

Berater von Michael Fiedler

Die BU-Beitragsanpassungen der WWK werden die BaFin beschäftigen. Was sich Beschwerdeführer Oliver Drewes (maxpool) davon erhofft, erklärt er exklusiv im procontra-Interview.

WWK Beitragsanpassung Berufsunfähigkeitsversicherung BaFin Beschwerde

Spricht im Video-Interview von "Komplett-Sanierung" des WWK-BU-Bestands: Oliver Drewes (maxpool). Bild: maxpool

procontra: Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit BaFin-Beschwerden gemacht und welche Reaktion seitens der Aufsicht erhoffen Sie sich?

Oliver Drewes: Die von mir unterstellte bewusste Kundentäuschung ist aus unserer Sicht ein neuer Beschwerdegrund. Einen vergleichbaren Fall haben wir der BaFin noch nicht gemeldet. Ich wage es kaum zu hoffen, dass die WWK ihre Tarifpolitik ändert. Das wird wohl kaum möglich sein. Ich halte es aber für wichtig, dass die WWK und auch möglicherweise andere Vorstände von anderen Gesellschaften merken, dass unser Markt nicht nur aus willenlosen Lemmingen besteht. Wir können uns ein derart rücksichtsloses Verhalten im Sinne der Kunden nicht bieten lassen. Als Makler, bzw. als Maklerpool, sind wir Interessenvertreter des Kunden. Dazu stehen wir.

procontra: Beitragsanpassungen sind nichts Ungewöhnliches. Auch andere Anbieter haben Preise für Policen erhöht. Sind Sie auch in anderen Fällen aktiv geworden?

Drewes: Möglicherweise habe ich etwas übersehen - aber mir ist kein Fall bekannt, in dem ein Versicherer innerhalb von 2 Jahren zwei solch eklatante Tarifanpassungen in der BU vorgenommen hat. Aus meiner Sicht ist es beispiellos. 

procontra: Welche Reaktion seitens der WWK wollen Sie mit der BaFin-Beschwerde erreichen?

Drewes: Die WWK zeigte uns bereits im Jahre 2016 was es bringt, sich an den dortigen Vorstand zu wenden - nämlich nichts. Textbausteine waren die Reaktion. Wir als maxpool haben nur einen 4-stelligen Bestand, der jetzt von der Beitragserhöhung betroffen ist. Das sind zwar auch schon stattlich viele Verträge, aber offenbar nicht genug, um vom Vorstand wahrgenommen zu werden. Ich erhoffe mir, dass wir mit unserer jetzigen Herangehensweise dafür sorgen werden, dass die WWK für die Zukunft etwas umdenkt. Daher suchen wir uns in diesem Fall erstmals auch mit dem Bundesverband der Versicherten zu solidarisieren. Es ist Zeit für neue Wege, wenn wir gegen solche Verhaltensmuster wie hier der von der WWK entgegenwirken wollen.

Hinweis: In einer vorherigen Version des Interviews wurde auch auf BAP der Hanse Merkur verwiesen. Dazu stellte Herr Drewes kurz darauf fest: Den Querverweis zur Hanse Merkur im Zusammenhang mit der WWK hätte ich nicht ziehen dürfen. Das war fachlich nicht richtig und gegenüber der Hanse Merkur nicht fair. Die angesprochenen BAP waren im Bestand sehr moderat (und nicht unüblich). Deutlichere Beitragsanpassungen gab es nur bei einzelnem Neugeschäft in einigen Berufsgruppen, was ja durchaus legitim ist. Zudem hatte die Hanse Merkur die Beitragsanpassung sehr transparent und Monate im Voraus kommuniziert. Daher lag der Fall komplett anders als bei der WWK und hätte nicht von mir in einen Zusammenhang gebracht werden sollen.

Drewes im Video-Interview

Im Video-Interview im hauseigenen Youtube-Kanal äußerte sich der Poolchef ebenfalls.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare