Union und SPD: Kommt das Online-Rentenkonto?

Versicherungen von Florian Burghardt

Sondierung war gestern, jetzt geht es um den Koalitionsvertrag. Darin sollte auch ein säulenübergreifendes Rentenkonto stehen, lautet ein aktueller Vorschlag. Das Modell verspricht mehr Transparenz - und Wachstum für den Vertrieb.

Die Parteichefs Horst Seehofer (CSU), Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) verhandeln aktuell über einen neuen Koalitionsvertrag (v.l.n.r.). Nach Willen des DIA soll darin auch ein säulenübergreifendes Online-Rentenkonto mit aufgenommen werden.

Die Parteichefs Horst Seehofer (CSU), Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) verhandeln aktuell über einen neuen Koalitionsvertrag (v.l.n.r.). Nach Willen des DIA soll darin auch ein säulenübergreifendes Online-Rentenkonto mit aufgenommen werden. Bild: dpa

Derzeit ringen SPD und Union um Konsens für eine erneute Große Koalition (GroKo). Die noch offenen Streitthemen sind vor allem Migration und Gesundheit. Doch die momentan anscheinend vorhandene Bereitschaft zu Kompromissen ruft auch die Interessenvertreter anderer Bereiche auf den Plan.

So hat nun die Deutsche Institut für Altersvorsorge GmbH (DIA) die Parteien dazu aufgefordert, die Einrichtung eines säulenübergreifenden, individuellen Rentenkontos in einen neuen Koalitionsvertrag aufzunehmen. DIA-Sprecher Dieter Weirich sagte, im Zeitalter der fortschreitenden Digitalisierung sei eine vermehrte Aufklärung ein Gebot der Stunde. Könnten die künftigen Rentenansprüche jederzeit online, zum Beispiel auf dem Smartphone, abgerufen werden, wachse auch die Bereitschaft zu rechtzeitiger Vorsorge, was in einer alternden Gesellschaft von besonderer Bedeutung sei.

Gesetzliche, betriebliche und private AV fördern

Wie ein säulenübergreifendes Online-Rentenkonto aussehen und umgesetzt werden könnte, hatte DIA im vergangenen Jahr in einem Dossier erörtert. Dieses beruht auf der Umsetzung der bereits vorhandenen Modelle in Schweden, den Niederlanden, Großbritannien und Australien. Wie die deutschen Bürgerinnen und Bürger über ein solches Angebot denken und wie sie auf die Nutzung einer Rentenplattform-Testversion reagierten, hatte der Deutsche Renten Information e.V. (DRI) im November durch eine Studie mit 12.000 Teilnehmern ermittelt.

Sowohl DIA-Dossier als auch DRI-Studie kommen zu dem Ergebnis, dass ein säulenübergreifendes Online-Rentenkonto die Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten steigern würde. Laut dem GDV hatten sich, vor Abbruch der Jamaika-Sondierungen, sowohl CDU, Grüne als auch FDP für ein solches Modell ausgesprochen. 

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