Schon jeder fünfte Makler vermittelt Cyber-Policen

Berater von Florian Burghardt

Merklich anders als beim Cyber-Privatkundengeschäft verhält es sich beim Gewerbeangebot. Jeder Fünfte hat bereits solche Produkte vermittelt und fast jeder dritte befragte Vermittler hat sich schon mit Cyber-Versicherungen für Gewerbekunden beschäftigt.

Die bereits aktiven gewerblichen Cyber-Vermittler stammen überwiegend aus größeren Maklerbüros mit drei und mehr Mitarbeitern und sind zum Großteil keine Mitglieder in Maklerpools. Aber auch bei ihnen nimmt das Geschäft mit gewerblichen Cyber-Versicherungen bislang keinen großen Anteil ein. Bei 86 Prozent der Befragten macht dieser Zweig bislang nur zwischen einem und fünf Prozent der gesamten Bestands-Beitragseinnahmen aus.

Zwei Drittel aller Befragten schätzen die Bedeutung der Cyber-Versicherung für Gewerbekunden bereits jetzt als wichtig ein – und damit mehr als doppelt so viele wie im Privatkundenbereich. Über 80 Prozent gehen außerdem davon aus, dass dieser Zweig in Zukunft wachsen wird. Studien zufolge gelten Cyber-Vorfälle bereits als meistgefürchtetes Risiko für eine Betriebsunterbrechung. Allerdings zeigt auch eine Umfrage der Axa, dass sich Firmenchefs selten vor dem ersten Schaden von einer Cyber-Police überzeugen lassen.

Im Fokus der Vermittler stehen bei den Gewerbekunden kleine Unternehmen bis 50 Mitarbeiter. Um diese besser beraten zu können und einen Vertragsabschluss wahrscheinlicher zu machen, erhoffen sie sich von den Versicherern vor allem (Mehrfachnennungen möglich):

  • Generelle Mithilfe bei der Risikoanalyse (93 Prozent)     
  • Begleitung von Spezialisten vor Ort (90 Prozent)     
  • Cyber-Spezialisten im Innendienst (82 Prozent)

Als beste Produktgeber für gewerbliche Cyber-Policen nannten die Befragten:

  • Hiscox (33 Prozent)     
  • Allianz (23 Prozent)     
  • R+V (20 Prozent)

Gründe gegen Cyber-Schutz

Mit 43 Prozent aller Befragten haben sich sehr viele Vermittler noch gar nicht mit dem Thema Cyber-Versicherungen beschäftigt. Als Hauptgrund dafür geben sie an, dass dafür kein Bedarf bei ihren Kunden besteht (41 Prozent). Etwa jeder Fünfte sagte zudem, dass er den Zweig meidet, weil es sich dabei nicht um seinen Schwerpunkt handelt.

Aber auch unter den Maklern, die bereits Cyber-Produkte vermittelt haben, sehen nicht alle die Notwendigkeit der neuen Tarife. So glauben 13 Prozent von ihnen, dass Gewerbekunden ihre Cyber-Risiken bereits über die Betriebshaftpflicht-Versicherung abgedeckt haben. Weitere 11 Prozent sehen dies durch eine vorhandene Elektronik-Versicherung erfüllt.

Die Studie kann direkt beim Marketing Research Team Kieseler kostenpflichtig erworben werden. Die Konditionen werden auf Anfrage per Mail an reiner@kieseler.com oder per Telefon 0162 249 7777 mitgeteilt.

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