Run-off-Experte greift bei Axa zu

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Am bAV-Geschäft will die Axa allerdings festhalten. „Axa steht hundertprozentig zur privaten und betrieblichen Altersversorgung. Wir sind von den Marktchancen in diesem Bereich überzeugt und haben noch viel vor“, versicherte Dr. Alexander Vollert, Vorstandsvorsitzender der Axa Konzern AG. Mit dem Verkauf der Pro bAV-Pensionskasse, die er als Sonderfall bezeichnete, wille sich Axa stärker fokussieren. In Zukunft wolle man sich auf das Geschäft mit Direkt- und Rückdeckungsversicherungen konzentrieren, teilte der Versicherer mit – diese böten neuen Kunden derzeit den besten Mehrwert.  

Durch die Übertragung an die Frankfurter-Leben sollen nun also die Kosten sinken. Um 15 Prozent, so habe es der Run-off-Spezialist zugesichert, sollen die Kosten der Pro bAV pro Vertrag und Jahr gegenüber 2016 sinken.  

Für die Kunden solle sich indes nichts ändern, wie beide Vertragsparteien noch einmal versicherten. „Für Kunden sind zwei Faktoren ausschlaggebend: die Rendite ihrer Anlage und die Sicherheit ihrer Altersversorgung. Wir haben dafür Sorge getragen, dass beides gewährleistet ist und sind daher davon überzeugt, dass dieser Schritt auch zum Wohle unserer Kunden ist“, betonte Dr. Patrick Dahmen, bei der Axa Konzern AG für das Vorsorgegeschäft zuständiger Vorstand. „Sämtliche Versicherungsverträge werden mit unveränderten Garantien, Konditionen und Bedingungen fortgeführt. Auch der Protektor-Schutz besteht natürlich fort“, sekundierte Bernd Neumann, Vorstand Finanzen der Frankfurter Leben.  

Die externen Run-off-Pläne von Generali (prüft noch) und Ergo (hat externen Runoff mittlerweile ausgeschlossen) hatten im vergangenen Jahr hohe Wellen geschlagen. Zahlreiche Versicherer fürchteten aufgrund der medial geführten Run-off-Debatt einen Vertrauensverlust seitens der Lebensversicherungs-Besitzer. Auch in der Politik ist das Thema mittlerweile gelandet. Zuletzt hatte CDU-Finazexpertin Anja Karliczek gegenüber dem „Spiegel“ mitgeteilt, dass die CDU eine Regelung prüfe, wonach Besitzer von Lebensversicherungen einem Verkauf zustimmen müssten.

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