Run-off-Experte greift bei Axa zu

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Die Frankfurter Leben-Gruppe kauft die Pro bAV Pensionskasse von der Axa - 260.000 Verträge wechseln den Besitzer. Die Axa begründete diesen Schritt mit der Neuausrichtung ihres bAV-Geschäfts.

Verkündete den Kauf der Pensionskasse: Frankfurter-Leben-Vorstand Bernd Neumann.

Verkündete den Kauf der Pensionskasse: Frankfurter-Leben-Vorstand Bernd Neumann. Foto: Frankfurter-Leben

Die Frankfurter Leben-Gruppe hat eine Vereinbarung zur Übernahme der Pro bAV Pensionskasse AG des Axa Konzerns getroffen. Damit wechseln – die Zustimmung der Finanzaufsicht BaFin vorausgesetzt – rund 260.000 Verträge und Kapitalanlagen in Höhe von circa drei Milliarden Euro in den Bestand des Run-off-Spezialisten.

  „Mit der Übernahme der Pro bAV erweitern wir unsere Plattform um eine Pensionskasse und decken nun das gesamte Spektrum der Lebensversicherung ab. Für die Frankfurter Leben ist der Erwerb der Pensionskasse ein weiterer wichtiger Schritt, um ihre auf Wachstum und Langfristigkeit ausgerichtete Strategie umzusetzen“, sagte Christian Wrede, Aufsichtsratsvorsitzender in der Frankfurter Leben-Gruppe.  

Zuvor hatte die Frankfurter-Leben-Gruppe, die zu großen Teilen dem chinesischen Finanzinvestor Fosun gehört, bereits die Lebensversicherungsbestände der Arag sowie der Basler Versicherung übernommen. Insgesamt verwaltet das Unternehmen nach eigenen Angaben damit 650.000 Altersvorsorgeverträge mit rund 520 Millionen Euro an jährlichen Bruttobeiträgen und circa 8 Milliarden Euro an Kapitalanlagen.  

Die Axa begründete den Verkauf mit einer Neuausrichtung des Geschäftsbereichs betriebliche Altersversorgung. Als Grund hierfür gab die Axa „Veränderungen im Markt und im regulatorischen Umfeld“ an, die zu „stark schrumpfendem Neugeschäft und abnehmenden Beständen bei der Pro bAV Pensionskasse“ geführt hätten. „Ohne die Kostenbegrenzung der Frankfurter Leben-Gruppe bestünde die Gefahr, dass die Stückkosten pro Vertrag ansteigen und damit die Rendite für die Kunden sinkt“, teilte die Axa mit. So sei die Überschussbeteiligung im vergangenen Jahr bereits deutlich zurückgegangen, die Pensionskasse habe insbesondere im Neugeschäft deutlich an Attraktivität verloren.  

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