Provisionsdeckel per Rundschreiben?

Berater Top News von Martin Thaler

Die Finanzaufsicht BaFin hat einen Entwurf für das Rundschreiben "Hinweise zum Versicherungsvertrieb" veröffentlicht. Auf diesem Weg könnte unter Umständen auch ein Provisionsdeckel für Lebensversicherungen eingeführt werden.

Die BaFin hat einen Entwurf zum Rundschreiben "Hinweise zum Versicherungsvertrieb" veröffentlicht.

Die BaFin hat einen Entwurf zum Rundschreiben "Hinweise zum Versicherungsvertrieb" veröffentlicht. Foto: BaFin

Kommt nach dem Provisionsdeckel im Bereich der Krankenversicherungen nun einer für Lebensversicherungspolicen? Die Befürchtungen seitens der Makler sind groß, auch da in diesem Jahr das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) zur Evaluation steht. In der Branche fallen die Einschätzungen zum Thema teils sehr düster aus: „Wir müssen uns auf einen Provisionsdeckel einstellen“, gab sich beispielsweise Michael Dreibrodt, Vorstandsvorsitzender der MyLife Lebensversicherungs AG, im vergangenen Jahr überzeugt.  

Nicht nur über das LVRG könnte ein Provisionsdeckel für LV-Policen allerdings Realität werden, sondern auch über das IDD-Umsetzungsgesetz. Hierzu hat die Finanzaufsicht BaFin nun eine aktuelle, überarbeitete Version des Rundschreibens „Hinweise zum Versicherungsvertrieb“ veröffentlicht, die auf der Webseite der BaFin eingesehen werden darf. Zwar besitzt dieses Rundschreiben keine Gesetzeskraft, gibt allerdings Aufschluss darüber, welche Prioritäten die Finanzaufsicht setzt bzw. wie sie Gesetze interpretiert.  

Die Ausführungen der BaFin über einen möglichen Provisionsdeckel dürften dabei bei den wenigsten Versicherungsvermittlern auf Gegenliebe stoßen. Zwar erklärt die BaFin, noch zu prüfen, „ob im Wege der Auslegung der neuen nationalen und europäischen Regelungen ein Vergütungsmodell im Bereich der Lebensversicherung formuliert werden kann“. Allerdings entsteht der Eindruck, dass die BaFin einen Provisionsrichtwert gutheißen würde – um den betroffenen Unternehmen sowie der Aufsicht die rechtssichere Umsetzung der neuen vergütungsrechtlichen Vorgaben zu erleichtern. Bereits zuvor hatte die Finanzaufsicht mehrfach anklingen lassen, dass sie die Abschlusskosten als zu hoch betrachte.

Noch allerdings steht der Entwurf des „Rundschreibens“ zur Diskussion. Bis zum 23. Februar dieses Jahres haben Interessierte die Möglichkeit, eine Stellungnahme zum Rundschreiben-Entwurf abzugeben. Alle notwendigen Informationen hierzu sowie den Rundschreiben-Entwurf sind hier zu finden.

Eine erste Stellungnahme erfolgte bereits vom Vermittlerverband BVK. Dieser betonte noch einmal, dass die IDD-Maßgabe, im "bestmöglichen Kundeninteresse zu beraten und zu vermitteln, nicht mit dem bestehenden Provisionsmodell kollidiere. Es dürfe zu keiner "einseitigen Belastung der Vermittler" kommen, so der Verband.

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