Neuer Streit um Elementarschutz

Versicherungen von Martin Thaler

Eine Untersucherung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sorgt für Ärger: Hausbesitzer haben es demnach weiterhin schwer, besonders risikobehaftete Häuser zu versichern. Die verbale Retourkutsche der Versicherer ließ nicht lange auf sich warten.

Starkregenereignisse haben in den vergangenen Jahre stark zugenommen.

Starkregenereignisse haben in den vergangenen Jahre stark zugenommen. Foto: stefan_bernsmann - Pixabay.de

Die Deutschen sind nur unzureichend gegen Flutschäden abgesichert: Gerade einmal rund 40 Prozent verfügen über eine entsprechende Elementarschadenversicherung. Die Gründe hierfür sind umstritten. Die Versicherungswirtschaft sieht die Hausbesitzer in der Verantwortung und stellt klar: 99 Prozent aller Häuser in Deutschland sind versicherbar. So sank erst kürzlich, beim jüngsten Update des Zonierungssystems für Hochwassergefahren, kurz ZÜRS, die Zahl der Häuser in der höchsten Gefahrenklasse 4 um weitere 9.000 auf 129.700.  

Von Seiten des Verbraucherschutzes wird die Lage indes anders bewertet. Hier sieht man die Versicherer in der Pflicht, Hausbesitzer bezahlbaren Elementarschutz anzubieten – dies geschehe aber viel zu selten, so der Vorwurf.  

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz untermauert diesen jetzt mit einer durchgeführten Untersuchung. Geprüft wurde hierbei, ob auch Bewohner von Risikogebieten in Rheinland-Pfalz die Möglichkeit haben, ihr Eigenheim gegen Überflutung abzusichern. Untersucht wurde dies anhand der sogenannten Opt-out-Klausel. Dieses Prinzip sieht vor, dass Elementarschutz bereits automatisch in der Wohngebäudeversicherung eingeschlossen ist. Nur wenn sich der Versicherungsnehmer explizit dagegen ausspricht, erhält er ihn nicht.  

Das Ergebnis der Untersucht fällt negativ aus: Nur vier von 52 Anbietern würden in „risikofreien Gebieten“ das Opt-out-Verfahren ohne Selbstbehalt anbieten, 14 mit. In Risikogebieten sind es nur drei Anbieter, die von sich aus eine Versicherungspolice gegen Elementarschäden ohne Selbstbeteiligung anbieten. Eine Selbstbeteiligung könne – je nach Lage – bis zu 10.000 Euro betragen. Für viele Versicherungsnehmer nur schwer finanziell zu stemmen.  

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