Der Baum mit den kostspieligen Nüssen

Berater Recht & Haftung von Martin Thaler

Ein Walnussbaum sorgte unter Nachbarn für Streit. Dessen Nüsse beschädigten ein unter dem Baum geparktes Auto. Vor Gericht ging es nun um Schadenersatz.

Nicht nur lecker, sondern manchmal auch mit Ärger behaftete: Walnüsse.

Nicht nur lecker, sondern manchmal auch mit Ärger behaftete: Walnüsse. Foto: Couleur - Pixabay.de

Der eigene Garten ist für viele Menschen nicht nur ein Ort der Entspannung, der einem die Möglichkeit bietet, den stressigen Alltag auszusperren. Er ist auch ein Quell des Ärgers – vor allem mit den Nachbarn. Diese Erfahrung musste nun das Amtsgericht Frankfurt machen, das über einen unliebsamen Walnussbaum zu entscheiden hatte (Az: 32 C 365/17 (72)).  

Was war passiert  

Ein Grundstücksbesitzer besaß einen Walnussbaum. Dessen Zweige ragten aufs Nachbargrundstück, wurden vom Grundstücksbesitzer jedoch regelmäßig zurückgeschnitten. Durch starken Wind lösten sich einige Nüsse vom Baum und schlugen auf das  Auto des Nachbarn, was zu mehreren Dellen an der Motorhaube und dem Dach des Fahrzeugs führte. Der Sachschaden belief sich auf rund 3.000 Euro. Diesen wollte der Autoinhaber vom Baumbesitzer und Nachbarn ersetzt haben – dieser müsse dafür sorgen, dass von dem Baum keine Gefahren ausgehen, so die Argumentation des Autobesitzers. Die Sache ging vor Gericht.  

Das Urteil  

Das Gericht wollte der Schadensersatzklage des Nachbarn nicht folgen. Der Baum sei nicht krank gewesen, zumindest gab es hierfür keine Anhaltspunkte. Auch sei es allgemein wünschenswert, dass in Städten Nussbäume vorhanden sein. Da der Autobesitzer sein Fahrzeug unter dem Baum geparkt habe, hätte er damit rechnen müssen, dass dieser im Herbst seine Nüsse verliere, so das Gericht. Hierbei handele es sich um das allgemeine Lebensrisiko, das der Autobesitzer trage.

Das Gericht wies die Klage ab, das Urteil ist rechtskräftig.

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